Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Wissensdatenbank

Aufbau einer Wissensdatenbank Porzellan und Keramik Der Aufbau der Wissensdatenbank wird kontinuierlich fortgesetzt. In der Wissensdatenbank finden Sie Informationen rund um das weisse Gold, Herstellung, Porzellanarten, Porzellanproduktion u.s.w.

Markenzeichnung

1897 verfügte England die Ursprungsbezeichnung für alle Waren, die als Exportgüter nach England und dessen Kolonien verkauft und geliefert werden sollten. Porzellan musste nach seinen Produktionsländern bezeichnet werden. Die Namen "Bavaria, Saxonia und Silesia" weisen auf die Herkunftsländer Bayern, Sachsen und Schlesien hin. Mittlerweile wird der Ursprung der aus Deutschland stammenden Ware mit dem Vermerk "Made in Germany" gekennzeichnet. Die Bodenmarke auf der Porzellanunterseite ermöglicht es, Produktionsort, Produktionsstätte und teilweise auch das Herstellungsjahr eines Porzellanstückes zu ermitteln. Hier finden Sie Bodenmarken der Rosenthal AG Rosenthal Bodenmarken

Porzellanarten

Porcelaine noire ist das zur Zeit letzte Glied einer langen Entwicklungsreihe, die mit der sogenannten Chimu-Keramik im 11. Jahrhundert in Peru begann. Im 18. Jahrhundert wurde die Herstellung von schwarzen Porzellan von Josuah Wedgwood wieder aufgenommen, der es unter de Bezeichnung schwarzer Basalt anbot. Bei all diesen Entwicklungen handelt es sich aber um Steinzeug bzw. steinzeuähnliche Produkte. Unter der Handelsbezeichnung Porcelain noire wird es von Rosenthal produziert. Porcelain noire ist echtes schwarzes Porzellan, und zwar in der Zusammensetzung (Versatz) der Masse, der Beschaffenheit des Scherbens und im Hinblick auf seine Brennweise in Spezialöfen bei fast 1300°C. Das einzige Merkmal, dass aufgrund der farbgebenden Oxidbeimischungen fehlt, ist die Lichtdurchlässigkeit. Pocelain noire sollte bei seiner Reinigung besonders pfleglich behandelt werden. 

Biskuitporzellan

Biskuitporzellan wird unglasiert gebrannt. Das fertig gebrannte Stück ist wasserundurchlässig, besitzt aber eine rauhe Oberfläche. Ziergegenstände werden häufig unglasiert, d.h. in Biskuitporzellan, angeboten. 

Was sind Craquelee?

Hier wurde aus dem Fehler des Glasurrisses eine Tugend gemacht. Künstlich erzeugte Glasurrisse werden als Dekor genutzt. Um sie besonders sichtbar zu machen, werden diese Haarrisse mit kräftigen Farben eingefärbt. Eine feine Ornamentik, zart wie Spinnengewebe, überzieht das ganze Stück und gibt ihm so eine aussergewöhnlich dekorative Wirkung. 

Was versteht man unter Metallporzellan?

Metallporzellan ist als Sammelbegriff um das Jahr 1930 entstanden. Tatsächlich müssen hier drei verschiedene Bezeichnungen verwendet werden, die den Begriffsbestimmungen des deutschen Normenausschusses entsprechen: Silberporzellan, Metallporzellan und Silberfarbporzellan. Beim Silberporzellan muss der Silbermantel oder die Silberverzierung aus Feinsilber bestehen. Die Untergrenze der erforderlichen Silbermenge liegt bei zwei Gramm je Quadratzentimeter. Metallporzellan ist mit einem Mantel aus unedlem Metall überzogen. Beim Silberfarbporzellan unterscheidet man Keramisches Silberporzellan und Galvanisches Silberporzellan. Das Silberfarbenporzellan wird mit einbrennbarer Silberfarbe überzogen. Galvanisches Silberporzellan wird gesondert gekennzeichnet: Es werden das Silbergewicht, das Firmenzeichen des Herstellers und die Feinsilber-Gewichtsangabe 1000 aufgestempelt. Galvansiche Edelmetalleüberzüge von Geschirrporzellan blieben Modeerscheinungen. 

Eigenschaften von Porzellan

Welche Festigkeit hat Porzellan? Ein Quadratzentimeter Porzellan widersteht eine Druckbelastung von fünf Tonnen. Diese Eigenschaft ist für Haushaltsporzellan von geringer Bedeutung. Wichtig ist diese jedoch für Hotel- und technisches Porzellan, insbesondere im Bereich der Elektrotechnik. Porzellan ist aber auch in der Lage, hohe Zugbelastungen auszuhalten, wie das Beispiel der Freileitungsisolatoren zeigt. 

Welche elektrischen Eigenschaften hat Porzellan?

Porzellan wirkt isolierend und wird deshalb in Niederspannungs- wie Hochspannungsanlagen verwendet. Durch seine Unempfindlichkeit gegen Hitzeeinwirkungen verbunden mit seiner hohen Isolierfähigkeit eignet es sich auch für elektrische Widerstände. Die elektrische Durchschlagsfestigkeit beläuft sich auf 40.000 Volt bei 2,5 Zentimeter Dicke. 

Welche Härte hat Porzellan?

Porzellan hat innerhalb der spezifischen Härteskala (Mohs) die Härte 8. Porzellan kann also alle Materialien mit einer Härte von 1 bis 7 ritzen. Vielfach wird dies auch praktisch genutzt. So lassen sich Messer an den von der Glasur befreiten Flächen schärfen. Umgekehrt kann das Messer die Porzellanglasur nur unter hohem Druck ritzen. 

Altert Porzellan?

Ein Altern von Porzellan lies sich bislang auch bei sorgfältigsten Untersuchungen und eingehendsten Prüfungen nicht feststellen. Damit unterscheidet sich Porzellan von anderen Materialien. Porzellan behält alle Eigenschaften wie Härte, Dichte, Festigkeit, Glanz und Lichtdurchlässigkeit für lange Zeit unverändert, es ist korrosionsbeständig. 

Worin liegt der Unterschied zwischen Porzellan und Steingut?

Porzellan und Steingut gehören beide der grossen Familie der Feinkeramik und erscheinen bei flüchtiger Betrachtung fast gleich. Eine Unterscheidung zwischen Porzellan und Steingut ergibt sich aus den unterschiedlichen Brenntemperaturen: Diese liegt beim ersten Brand bei Porzellan zwischen 900 und 950°C, bei Steingut hingegen zwischen 1100 und 1300°C. 

Entwurf

Wie wird aus einer Idee des Künstlers das fertige Stück? Für den Entwurf eines Services, einer Vase oder anderer Gefässe fixiert der Entwerfer seine Idee zunächst in einer Zeichnung. Diese dient ihm dann als Vorlage für die Erstellung eines Ton- oder Gipsmodells. Bereits auf dieser Stufe muss der Entwerfer die spätere Schwindung, also das Kleinerwerden während des Brandes berücksichtigen. Entwürfe von Plastiken werden meist in Ton modelliert. Von diesen Tonmodell wird ein Abguss angefertigt, aus dem ein Gipsmodell hervorgeht. Dieses wird sorgfältig überarbeitet. Aus Gips werden vom Modelleur bzw. Modelleinrichter Mutterformen abgegossen, die anschliessend zur Herstellung von Modellen aus Kunststoff oder Metall verwendet werden. Diese wiederum dienen zur Anfertigung von Arbeitsformen aus Gips. Erst aus den Arbeitsformen können Porzellanstücke geformt.

 

Brennen Nach dem Verputzen (Beseitigen der scharfen, überstehenden Ränder, Giessnähte u.s.w.) und Trocknen der ausgeformten Porzellangegenstände werden diese im trockenen Zustand in den Glühofen gestellt. Das Glühen bei 900 bis 950°C dient zur Reinigung der Masse von organischen Bestandteilen und zur Verfestigung des Scherbens. Während des Verglühprozesses verlieren die Porzellanrohlinge das chemisch (Kristallwasser) und mechanisch gebundene Wasser. Das Brennen ist mit einer ca. 10%igen Gewichts- und einer 1%igen Volumenminderung verbunden. Der poröse, saugfähige Scherben wird anschliessend glasiert. 

Wie oft wird Porzellan gebrannt?

Weisses oder elfenbeinfarbiges Porzellan sowie Unterglasurgeschirre werden zweimal gebrannt. Mit Aufglasur- bzw. Inglasur-Dekoren versehene Geschirre werden dreima gebrannt. Besonders schwierige Dekore ( Golddekore) werden einer entsprechend höheren Anzahl von Bränden unterzogen. 

In welchen Öfen wird Porzellan gebrannt?

Der früher benutzte Rundofen mit mehreren Etagen (Parterre: Glattbrand, 1. Etage: Glühbrand, 2. Etage: Vortrocknen der Kapseln) und überschlagender Flamme, die während des Glattbrandes vom Feuerloch bis über den Schornstein hinausschlug (Fuchs), wurde vor Jahrzehnten vom Tunnelofen abgelöst. Tunnelöfen sind kontinuierlich betriebene, langgestreckte, tunnelförmig gemauerte Öfen. In ihnen durchläuft das Porzellan - in Regalaufbauten und in Kapseln - auf Brennwägen gestapelt die Feuerzone. Anschliessend wird es langsam wieder abgekühlt. Der Durchlauf dauert beim Glühprozess 25 bis 30 Stunden, beim Glattbrand 30 - 40 Stunden. 

Fehler oder Dekorbesonderheit?

Was versteht man unter kleinen Fehlern bei Porzellan? Kleine Fehler bei Porzellan können sichtbare, durch das Abschleifen des Befalls von Brennhilfsmitteln verursachte kleine Schleifflecken sein. Weitere Fehler können durch Luftblasen, kleine Glasurfehler oder geringfügige Farbabweichungen entstehen. Fast alle Fehler ergeben sich während des Brandes bzw. werden erst nach dem Brand sichtbar. 

Was sind Glasurrisse?

Sprünge, die nicht das ganze Porzellanstück durchziehen, sondern nur innerhalb der Glasur selbst auftreten, nennt man Glasurrisse. Meist erscheinen sie an Stellen, an denen die Glasur etwas dicker liegt. Sie entstehen durch übermässige innere Spannungen zwischen Masse und Glasur. Die Ausdehnungs- bzw. Spannungsverhältnisse stimmten nicht überein. Die Spannung kann Jahrelang ohne Auftreten eines Sprunges bestehen. Der Glasurriss kann sichtbar werden, wenn es unvermittelt zu starker Abkühlung oder starker Erwärmung mit nachfolgender Abkühlung kommt. Auch ein plötzlicher Stoss kann die Spannung auslösen, der Riss wird sichtbar. Sogar bei augenscheinlich einwandfreier Beschaffenheit des Stücks beim Verkauf können sich nach längerer Zeit auf einmal Glasurrisse zeigen. 

Was sind Brandrisse?

Im Unterschied zum Glasurrissen durchlaufen Brandrisse den gesamten Scherben; sie können sogar von Glasur bedeckt sein. Ihre Ursache liegt in einer mangelhaften Fabrikation, ungleicher Scherbenstärke und ungleichmässiger Trocknung. Sie sind an jedem Stück sofort nach dem Brand zu sehen und werden aussortiert. 

Technische Eigenschaften des Porzellans im Haushalt Porzellangewicht in der üblichen Haushaltsführung Tafelservice 16/22 Teile für 6 Personen mit Teller tief oder Suppentassen - 8 bis 10kg Tafelservice 44 Teile für 12 Personen mit Teller tief oder Suppentassen - 16,5 bis 18kg Kaffee- oder Teeservice 21 Teile für 6 Personen - 3 bis 3,5kg Kaffee- oder Teeservice 27 Teile für 12 Personen - 5 bis 6,5kg Teller 26 cm flach (Coup oder Fahne) - 500 bis 550g Teller 20 cm - 250 bis 350g Kaffee- oder Teetasse (Ober- und Untertasse) mit 0.20l Inhalt - 180 bis 300g