Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Tonwarenwerk Schwandorf

Das Unternehmen umfasst Werke in Schwandorf, Wiesau, Pirkensee und Schwarzenfeld. Die Tonwarenfabrik Schwandorf wurde als Aktiengesellschaft im Jahre 1890 gegründet, Mitbegründer war der Vorsitzende Geheime Kommerzienrat Heilmann. Vorbesitzer war Zivilingeneur Franz Meiser, welcher der seinerzeitigen Gründung die mit seinem früh verstorbenen Freunde Escherich - dem Vater des in der neuesten Geschichte Bayerns rühmlichst bekanntgewordenen Forstrates Escherich - in Schwandorf und Wiesau errichteten Schamottenfabriken einbrachte, während Graf Holnstein als Mitbegründer die in Schwarzenfeld gelegenen wertvollen Tongrundstücke einbrachte. Neben Schamottesteinen wurde von Anfang an in von Meiser und Escherich konstruierten Gasringöfen auch hochwertiges Dachmaterial aus gesinterem Ton hergestellt. Der gute Ruf der Fabrikate und die in der Nähe der Fabriken gelegenen vorzüglichen Rohmateralien ermöglichten den fortschreitenden Ausbau der Werke Schwandorf und Wiesau, neben denen im Jahre 1900 das Werk Pirkensee erbaut wurde.

Zu Dachmaterial und Schamottensteinen gesellte sich als weitere Hauptfabrikation die Herstellung von Steinzeug, welches als eines der vorzüglichsten Materialien, die am Markte sind, bekannt ist. Es werden an Steinzeugwaren, Röhren und Fassonstücke für Kanalisationen sowie Stallartikel und Gegenstände für die chemische Industrie angefertigt.

Im Jahre 1916 wurde die früher Wafflersche Steingutfabrik in Schwarzenfeld erworben und gelang es auch hier, ein Fabrikat herzustellen, das sich infolge guter Qualität regen Absatz erfreut.

Keramag Schwandorf

Seit fast 105 Jahren sorgt die Keramag Keramische Werke AG mit ihren Sanitärkeramik-Produkten für Hygiene und Komfort in Bädern und Sanitärräumen. Die Geschichte des Unternehmens ist eng verbunden mit der Entwicklung des modernen Badezimmers in Deutschland. Als die Keramischen Werke zu Beginn des 20. Jahrhunderts von englischen Investoren in Ratingen, Wesel und Flörsheim gegründet wurden, war gerade das wassergespülte Klosett in Gebäuden verbindlich vorgeschrieben. Darüber hinaus bekamen immer mehr Städte eine Kanalisation. Dies löste eine grosse Nachfrage nach sanitärkeramischen Produkten aus. Heute wird das Badezimmer nicht mehr als reiner Funktionsraum betrachtet, sondern zunehmend auch als Refugium für Erholung, Wohlbefinden und Entspannung. Grosszügige Badlandschaften sind immer mehr zu einem zentralen Kriterium der Lebensqualität geworden. Auch hieran hat Keramag durch ständige Weiterentwicklung, die sich vor allem in marktgerechten Produktinnovationen sowie Serviceleistungen niederschlägt, einen bedeutenden Anteil und hat so die deutsche Sanitärgeschichte entscheident mitgeprägt.

Chronik Keramag Schwandorf

1903 Errichtung von Badkeramik-Werken durch die britischen Unternehmer Thomas William Twyford in Ratingen, Alfred Johnson in Wesel und Gebrüder Johnson in Flörsheim. 1917 Gründung der Keramischen Werke AG mit Sitz in Meiningen, Thüringen, durch Zusammenführung der britischen Werke in Ratingen, Wesel und Flörsheim infolge kriegsbedingter Sequestration. 1918 Umfirmierung in Keramag Keramische Werke Aktiengesellschaft, Sitz der Zentralverwaltung wird Bonn. 1919 Rückgabe der Aktienmehrheit an die vorherigen britischen Eigentümer sowie deutsche Minderheitsbeteiligte Beteiligung von Villeroy & Boch (30%)

1922 Zulassung der Keramag-Aktie an der Börse. 1926 Übernahme der Aktienmehrheit durch die britischen Familien John Slater und Jocelyne Walker („Johnny Walker“). 1929/30 Einführung der auf der Basis von „Vitreous China“ entwick-elten neuen Keramik-Masse. 1932 Zusammenführung aller deutschen Sanitärhersteller in den Vertriebsverbänden Sanitäts-Keramik GmbH, Berlin, und Feuertonverkauf GmbH, Heidelberg. 1935 Übernahme der Villeroy & Boch-Anteile durch die Familie Walker sowie durch Thyssen

1944 Verschmelzung der bisherigen Vertriebsverbände in der Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik, Berlin Einschränkung der Produktion in Wesel aufgrund von Bombenschäden. 1945 Umzug der Hauptverwaltung von Bonn nach Ratingen, Wiederanlaufen der bei Kriegsende unterbrochenen Produktion. 1951 Gründung der Baugesellschaft Keramag m.b.H., Ratingen, zur Beschaffung von Wohnraum für Mitarbeiter. 1964 Erster Einsatz von mechanischen Giessanlagen Einführung der neuen Masse „Keralith“, die für ein geringeres Gewicht der bisher aus Feuerton vollwandig gegossenen Sanitärobjekte sorgt

1968 Veräusserung der Aktienmehrheit (87%) durch britische Kapitalgeber und Thyssen an C.E.C., Paris (später Allia S.A., ein Unternehmen der Lafarge Coppée Gruppe, dem grössten Baumaterial- und zweitgrössten Zementhersteller der Welt). 1970 Neugründung der Schwab Sanitär-Plastic GmbH, Reutlingen, (Beteiligung 26%). 1971 Beteiligung an der Sanbloc GmbH, Weilheim, (33,3%), der Sanbloc Installations-Fertigbau GmbH & Co. KG, Weilheim, (33,3%) und der Rokal Armaturen GmbH, Lobberich, (41%)

Einstellung der Baukeramikfertigung im Werk Ratingen

1972 Mehrheitsbeteiligung an Queroy S.A., Breuil-Le-Sec/Frankreich (99,8%). 1973 Gründung der Hutschenreuther-Keramag GmbH, Schwandorf, (Beteiligung 50%) zur gemeinsamen Produktion von hochwertiger Sanitärkeramik mit der Hutschenreuther AG, Selb

1989 Gründung KERAMAG Design-Center Ratingen

Erster Einsatz von CAD/CAM bei der Produktentwicklung. Einführung des Druckgiessverfahrens. 1990 Übernahme des DDR-Badkeramik-Marktführers und Gründung der Keramag Keramische Werke Haldensleben GmbH (Beteiligung 51%) Übernahme der Mehrheit (75%) an der Allia S.A. durch die finnische Sanitec Ltd. OY, die zur Metra OY AB, Helsinki/Finnland. 1991 Übernahme der restlichen 49% der Keramag Keramische Werke Haldensleben GmbH.

Gründung des Sanitec Design Centers in Ratingen

1992 Umzug der Hauptverwaltung in das moderne Ratinger Bürozentrum Polygon-City. Qualitätszertifizierung nach DIN EN ISO 9001 als erster Badkeramik-Hersteller in Europa. 1993 Übernahme der Mehrheit (zusammen mit der Allia S.A.) an der italienischen Sanitari Pozzi S.p.A., Mailand. 1994 Vollständige Übernahme von Sanitari Pozzi (zusammen mit Allia S.A.), Verlagerung der Produktion von Schwandorf nach Haldensleben und Wesel. Übernahme der Mehrheit (51%) an der Varicor S.A. 1995 Übernahme der Toto-Anteile an der Allia S.A. durch Sanitec. 1996 Beteiligung (5%) an Domino S.p.A., Spilimbergo/Italien, dem führenden italienischen Hersteller von Acrylbadewannen, Duschsystemen und Whirlpools. 1997 Keramag ist Marktführer für Badkeramik in Deutschland. Veräusserung der Beteiligungen an der Sanitari Pozzi S.p.A. und der Domino S.p.A.. 1999 Produktinnovationen: Fitness-Dusche. 2000 Produktinnovation: Schmutzabweisende Oberflächenbeschichtung "KeraClean".

2001 Der britische Private Equity Investor BC Partners übernimmt die Mehrheit an der Sanitec. Übernahme des britischen Herstellers Caradon Bathrooms durch Sanitec und Umbenennung in den Traditionsnamen Twyford Bathrooms. 2003 Produktinnovation: Komplett-Badserie „JOOP!“ in enger Zusammenarbeit mit Koralle und Kludi. 2004 Premium-Badserie F1, die zusammen mit Grohe und F.A. Porsche Design entwickelt wurde. 2005 Der schwedische Investor EQT übernimmt die Sanitec-Gruppe.