Roedenthal
Goebel
Heute weitgehend unbekannt sind die Porzellanmanufakturen, die zeitweise im Stadtteil Oeslau ansässig waren. In den 1920er Jahren fertigte die Firma J. Walther & Sohn (gegründet 1921) Luxusporzellan, Puppenköpfe und Badekinder. In der Nachkriegszeit stellte die Firma Fischer & Co. GmbH (gegründet 1950) Geschenkartikel her und das Unter nehmen Wilhelm Isberner & Co. GmbH produzierte zwischen 1946 und 1949 Gebrauchsgeschirr und figürliches Porzellan.
Die 1871 gegründete Firma, in der 1879 mit der Porzellanherstellung begonnen wurde, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem bekannten Unternehmen, aus dessen ungemein vielseitigen Herstellungsprogramm, zudem zeitweise auch Puppenköpfe zählten, die seit etwa 1915 hier gefertigten Weichporzellan mit farbintensiven teilweise kristallisierenden Glasuren und auch die eigenwillige Steingutobjekte der 1920er Jahre erwähnt seien.
Zu weltweiter Beachtung und einem ungebrochenen Dauererfolg verhalfen allerdings die seit 1934 hier exklusiv gefertigten Hummelfiguren, die sogar teilweise zur Umbenennung des gesamten Unternehmens führten. Zu ihnen gesellten sich in den 1950er Jahren mit beachtlichen Erfolg die Walt Disney Figuren und später die Co-Boys nach Entwürfen von Hanns Welling.
Ausserdem wurden die Herstellung und Vertrieb des Programms der durch die 1953 erfolgten Umwandlung in den VEB Wallendorfer Porzellanfabrik enteigneten Schaubach Kunst übernommen. Mit dem 1971 erfolgten Eingemeindung von Oeslau in die neue Grossgemeinde Rödenthal wurde der alte Firmenname W. Goebel Porzellanfabrik eingeführt. 1974 wurde die Porzellanfabrik Cortendorf übernommen. Die W. Goebel Porzellanfabrik ist heute der weltweit grösste Hersteller figürlicher Keramik.
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