Rehau
Zeh Scherzer Rehau
Die Porzellanfabrik Zeh Scherzer wurde 1880 in Rehau mit angeschlossener Porzellanmalerei durch ein Konsortium Rehauer Bürger gegründet.
Um 1908 Einrichtung einer Kunstabteilung; 1910 wird die Firma in eine AG umgewandelt; 1927 einer der grössten Bayerischen Export-Porzellanfabriken; In zwei Werken werden ca. 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen nimmt 1881 im November seine Produktion auf; 1982 bestehen bereits Geschäftsverbindungen zu England und den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Schweiz, Russland und Frankreich folgen. 1884 übersteigt das Exportgeschäft mit 60% merklich den Absatz im Inland. Schliesslich können 1886 auch Handelskontakte Nach Schweden und ein Jahr später nach Holland geknüpft werden.
Der Export nach Amerika erfährt ab 1886 eine deutliche Belebung und erlebt in den Jahren 1905-1907 seinen Höhepunkt. 1896 unternimmt Hans Zeh mit dem ersten deutschen Schnelldampfer, der Elbe, die für den Norddeutschen Lloyd fährt, eine Reise nach Amerikaa. Ihm ist die Kontaktpflege zu diesen wichtigen Geschäftspartnern offenbar von so grosser Bedeutung, dass er die Strapazen der Reise selbst auf sich nimmt und die amerikanischen Geschäftspartnern persönlich aufsucht.
Zu den bedeutendsten Geschäftspartnern entwickelt sich die Firma Borgfeldt CO. in New York, der die Firma Zeh Scherzer mit einem Vertrag vom 14. August 1892 das Exlusivrecht für den amerikanischen Markt einräumt. Glaubt man den Nachrichten in der 1955 erschienenen Beilage zum 75-Jährigen Firmenjubiläum der Porzellanfabrik, so geht der Einfluss der Firma Borgfeldt CO. über die eines Hauptabnehmers, der zweitweillig 70% der gesamten Produktion abnimmt, weit hinaus. Denn deren Mitarbeiter Mr. Kolb kommt jährlich ein- oder zweimal nach Rehau um namhafte Aufträge zu erteilen und in wochenlanger Arbeit mit seinen Mitarbeitern Fred Groh und Oskar W. Fax neue Musterkollektionen für die folgende Verkaufssaison zu schaffen. Die Fa. Borgfeldt CO. lässt Zeh Scherzer auch solche Waren produzieren, die ausschliesslich für den amerikanischen Markt bestimmt sind und verpflichtet sich in dem oben genannten Abkommen, alle im Rahmen dieses Auftrages produzierten Waren, also auch die überzähligen Stücke und den Ausschuss, vollständig zu übernehmen. Diese Abnahmeverpflichtung ist deshalb von Bedeutung, da sich die Porzellanfabrik, und sie sind mit Iherer Ehre dafür Verantwortlich, verpflichtet, keine derartigen Waren auf dem Kontinent oder dem amerikanischen Markt anzubieten oder zu verkaufen.
Diese Vereinbarung sehen die Geschäftspartner nicht als Contract, sondern sie vereinbaren eine innehaltung der Verpflichtung, die wir gegenseitig und ohne Zwang eingegangen sind, auf der Basis gegenseitiger Achtung des Entgegenkommens. Beide Partner schliessen in dieser Verpflichtung die gegenseitige Opferbereitschaft ein, wenn damit das Interesse der Gruppe gefördert wird. Das mündliche Abkommen, mit dem sich Zeh Scherzer durch Unterschrift in allen Punkten einverstanden erklärt, soll bis zum Mai des darauffolgenden Jahres gültig sein und sich, bei ausbleibender Kündigung um ein weiteres Jahr verlängern.
Quelle: Schreiben der Fa. Borgfeldt CO. an Kommerzienrat Zeh vom 26.01.1907
Kunstabteilung Zeh Scherzer Rehau
Die Kunstabteilung Zeh Scherzer wurde 1908 / 1910 in Rehau / Oberfranken gegründet und wurde vermutlich im Jahre 1914, vor Ausbruch des I. Weltkrieges geschlossen. Hauptaugenmerk der Kunstabteilung waren Zier- und höherwertiges Gebrauchsporzellan. Neben diversen Vasen zählten auch Bonbonnieren und Zierteller zum ersten Sortiment der Kunstabteilung. Die Kunstobjekte wurden mit dem Schriftzug Zehscherzer Kunstabteilung neben der Bodenmarke gekennzeichnet. Nach Ende des I. Weltkrieges wurde die Kunstabteilung wieder zum Leben erweckt und in eine Luxus-Abteilung umbenannt. In der Hauptsache wurde figürliches Porzellan hergestellt und auch weiterhin auf die Dekore und Formen der Vorkriegsära zurück gegriffen. Das Sortiment bestehend aus Vasen, Bonbonnieren, Mokkatassen, Obstteller und Schalen entsprach weitgehend der vormaligen Kunstabteilung.
Hertel & Jakob Rehau
Porzellanfabrik Hertel & Jakob, gegründet 1906 (erloschen) firmierte zu Beginn unter Jakob, Schödl & Co
Porzellangeschichte schrieb auch die Firma Hertel, Jacob & Co. Nach ihrer Gründung 1906, beschäftigte sie bereits vier Jahre später rund 200 Mitarbeiter. Das Unternehmen produzierte aufwändig dekoriertes Luxus- und Gebrauchsgeschirr von der Mokkatasse bis zur Dessertschale. In den 1960er Jahren wurde das Unternehmen Hertel, Jakob & Co. kurzzeitig von der Firma Melitta übernommen, die in Rehau Kaffeefilter u.ä. aus Porzellan produzierte. 1970 wurde der Betrieb schließlich eingestellt.In den 1960er Jahren wurde das Unternehmen Hertel, Jakob & Co. kurzzeitig von der Firma Melitta übernommen, die in Rehau Kaffeefilter u.ä. aus Porzellan produzierte. 1970 wurde der Betrieb schließlich eingestellt.
Düssel & CO.
Porzellanmalerei Düssel & Co. Zwischen 1892 und 1971 war in Rehau außerdem die Porzellanmalerei Düssel & Co. ansässig. Ab 1922 firmierte sie unter dem Namen Düssel, Roth & Co. Ihr Spezialgebiet waren Silber- und Golddekorationen.
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