Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanstadt München

Porzellanstadt München - Schätze aus Porzellan

München beherbergt neben der weltberühmten Nymphenburger Porzellanmanufaktur, die 1997 ihr 250-jähriges Jubiläum feierte, auch hochrangige Sammlungen des weißen Goldes“. Die Porzellansammlungen in der Residenz, im Museum Nymphenburger Porzellanim Südflügel von Schloss Nymphenburg, in Schloss Lustheim und im Bayerischen Nationalmuseum umfassen faszinierende Erzeugnisse europäischer und asiatischer Porzellankunst.

Porzellansammlungen:

Residenzmuseum

Die Residenz München, das Stadtschloss der Wittelsbacher, präsentiert in seiner neuen Ausstellung eine Auswahl einzigartiger Porzellane des 18. Jahrhunderts. Sie wurden in den berühmten Manufakturen Meißen, Frankenthal und Sèvres hergestellt. Darunter sind so exquisite Stücke von Weltrang wie das Prunkschreibzeug von Madame de Pompadour. Mit dieser Ausstellung, die nur 60 wenn auch kostbarste - Exponate zeigt, öffnet sich für die Besucher ein kleines Fenster in die Porzellansammlungen der Wittelsbacher, die zu den bedeutendsten fürstlichen Porzellansammlungen der Welt gehören.

Der Blick auf die vollständige Sammlung des 18. Jahrhunderts, die etwa 1.500 Porzellane aus deutschen und französischen Manufakturen umfasst, ist wegen der Sanierungsbedürftigkeit der ehemaligen Ausstellungsräume am Grottenhof derzeit nicht möglich. Wegen Renovierung des Königsbaus der Residenz wurde auch die Porzellansammlung des 19. Jahrhunderts bis auf weiteres geschlossen. Auf dem Museumsrundgang uneingeschränkt zugänglich ist hingegen die Ostasiensammlung, die wertvolle Porzellane aus China und Japan beinhaltet.

Porzellansammlung und -ausstellung in der Residenz

Eingang Max-Joseph-Platz 3 www.residenz-muenchen.de; Tel: 089 / 29 06 71

Öffnungszeiten 1. April - 15. Oktober täglich 9.00 - 18.00 Uhr; Einlass bis 17 Uhr 16. Oktober - 31. März täglich 10.00 - 17.00 Uhr; Einlass bis 16 Uhr

Nymphenburger Porzellan Sammlung Bäuml

Im Südflügel des Nymphenburger Schlosses über dem Marstallmuseum befindet sich das Museum Nymphenburger Porzellan“ mit der Sammlung Bäuml. Sie dokumentiert anschaulich einen Großteil der Produktion der Nymphenburger Porzellanmanufaktur von ihrer Gründung in der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Sammlung Bäuml Im 1. OG des Marstallmuseums des Schlosses Nymphenburg www.schloesser-bayern.de Tel. 089 / 179 08-0

Öffnungszeiten: 1. April - 15. Oktober täglich 9.00 - 18.00 Uhr 16. Oktober - 31. März täglich 10.00 - 16.00 Uhr

Schloss Lustheim

Im Park von Schloss Schleißheim, im Norden Münchens, beherbergt das Schlösschen Lustheim die weltberühmte Meißener Porzellansammlung der Stiftung Prof. Dr. Schneider. Sie gilt als die nach Dresden bedeutendste Sammlung früher Meißener Porzellane und umfasst kostbarste Geschirre, Tiergruppen und Tafelaufsätze von den ersten Versuchen Böttgers bis zu Meißener Porzellanen aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges. Berühmt sind die Porzellanmalereien von Johann Gregorius Höroldt und die Tierfiguren von Johann Joachim Kändler.

Meißener Porzellan Sammlung

Stiftung Ernst Schneider (Schloss Lustheim) Im Park von Schloss Schleißheim www.bayerisches-nationalmuseum.de; www.schloesser-schleissheim.de; Tel: 089 / 315 87 242;

Öffnungszeiten: 1. April Ende September 9.00 - 18.00 Uhr, montags geschlossen 1. Oktober - 31. März 10.00 - 16.00 Uhr, montags geschlossen

Bayerisches Nationalmuseum

Die Schausammlung des Bayerischen Nationalmuseums wurde im Jahr 2000 um vier neu eingerichtete Säle erweitert, in denen süddeutsche Fayencen und Porzellane des 18. Jahrhunderts ausgestellt sind. Den Schwerpunkt bildet dabei das Nymphenburger Porzellan. Ein ganzer Raum ist Franz Anton Bustelli, dem überragenden Modelleur des Rokoko gewidmet. Seine berühmten Werke, die sechzehn Figuren der Commedia dell'arte, können vollzählig gezeigt werden.

Weiterer Höhepunkt ist die Rekonstruktion eines Lustgartens, der 1755 bei der Hochzeit der bayerischen Prinzessin Maria Anna die Desserttafel schmückte.

Bayerisches Nationalmuseum, www.bayerisches-nationalmuseum.de Tel. 089/ 2112401 Öffnungszeiten: Di. - So. 10.00 bis 17.00 Uhr donnerstags 10.00 bis 20.00 Uhr montags geschlossen

Kleiner Exkurs zur Geschichte des Porzellans

Die Porzellanherstellung in China wurde bereits im 10. Jahrhundert entwickelt. In der Ming Dynastie (1368 1644) hatte sie bereits eine hohe technische Vollkommenheit erreicht, als der Export nach Europa einsetzte. In Europa konnte man bis in das 18. Jahrhundert kein Porzellan herstellen. Das Geheimnis seiner Herstellung wurde durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus Anfang Oktober 1708 ein zweites Mal entdeckt und nach Tschirnhaus Tod von Johann Friedrich Böttger weiterentwickelt. Am 28. März 1709 vermeldete Böttger die Erfindung des europäischen Porzellans. Von da an verbreitete sich durch Verrat das Geheimnis der Porzellanherstellung, das sogenannte Arkanum, so dass in ganz Europa Manufakturen entstanden.

Kurze Historie der Porzellanmanufaktur Nymphenburg

Max III. Joseph, der letzte Kurfürst der altbayerischen Linie des Hauses Wittelsbach, gründete 1747 die erste bayerische Porzellanmanufaktur. Sie wurde zunächst im Schlösschen Neudeck in der Münchner Vorstadt Au untergebracht und 1761 in die eigens dafür errichteten Gebäude im Rondell des Schlosses Nymphenburg verlegt. Dort wird seitdem ohne Unterbrechung künstlerisch hochwertiges Porzellan in reiner Handarbeit gefertigt. Die erste große Blütezeit erlebte die Porzellanmanufaktur unter Sigmund Graf von Haimhausen. Er konnte 1753 Joseph Jakob Ringler und 1754 den genialen Franz Anton Bustelli als Mitarbeiter gewinnen. Ringler kannte das Geheimnis der Porzellanherstellung und wusste vor allem über die Brennöfen Bescheid. Bustelli, der heute als der bedeutendste Porzellankünstler des Rokoko gilt, schuf in weniger als neun Jahren etwa 150 verschiedene Modelle wie die Liebesgruppen, Marktfiguren, Menschenfiguren fremder Völker, Putten als ovidische Götter und die weltberühmten Figuren der Commedia dell' arte.

Nymphenburger Porzellan wird heute noch wie im 18. Jahrhundert von Hand geformt, gedreht und bemalt. Die Spezialfarben werden nach alten Rezepturen in der Manufaktur selbst hergestellt. Die Porzellanherstellung in Nymphenburg verlangt in ihrer ganz der Tradition verpflichteten Arbeitsweise ein sehr hohes Maß an handwerklich fachmännischen und künstlerischen Fähigkeiten. Wie ehemals treibt Wasserkraft die Drehscheiben an. Die Krafterzeugungs- und Übertragungsanlagen gelten heute als technisches Denkmal, die dennoch auf der Höhe der Zeit sind und optimal funktionieren. Der historische dreistöckige Rundofen ist ebenfalls noch voll funktionstüchtig. Die Porzellanmanufaktur ist heute Eigentum des bayerischen Staates und wird von der Familienstiftung, dem Wittelsbacher Ausgleichsfond, betrieben. Sie ist im nördlichen Schlossrondell von Nymphenburg beheimatet. Die Fertigung ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Allerdings bietet die Manufaktur jeden Mittwoch um 10.00 Uhr nach Voranmeldung Führungen zum Preis von 25 pro Person an. Auch Sonderführungen für Gruppen sind nach Terminabsprache möglich.

Porzellan Manufaktur Nymphenburg (Manufaktur und Verkauf)

Nördliches Schlossrondell www.nymphenburg.com; Tel. (089) 179 197-0;

Voranmeldung für Führungen Tel. (089) 179 197 10 oder E-Mail: info@nymphenburg.com Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17 Uhr Führungen nach Voranmeldung jeden Mittwoch um 10.00 Uhr