Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanmanufaktur Meissen

Meissen

Die erste Porzellanfabrik der Welt entstand im Jahr 1710 in Meißen. Zwar kannten bereits die alten Chinesen die Rezeptur der Porzellanherstellung, aber sie produzierten nicht in großen Mengen und hüteten Art der Herstellung als Geheimnis. Erst als Ehrenfried Walther von Tschirnhaus im Jahr 1708 die Rezeptur ein zweites Mal entdeckt hatte und diese von Johann Friedrich Böttger weiterentwickelt wurde, war der Weg frei zur ersten Porzellanproduktion in Europa. Fast ein halbes Jahrhundert gelang es den Meißenern, ihrerseits das Geheimnis der Herstellung zu hüten, bis schließlich entlassene Handwerker die Rezeptur in ganz Europa bekannt machten.

Porzellan besteht aus Kaolin, Quarz und Feldspat. Je nach Art der Herstellung werden diese Zutaten in den Porzellanfabriken zu einer geschmeidigen oder flüssigen Masse vermischt, die anschließend geformt, getrocknet und in zwei Brennvorgängen zu einem festen Gegenstand gebrannt wird. Anschließend wird das fertige Werkstück dekoriert, oftmals noch per Hand, und ein drittes Mal gebrannt, um das Dekor fest mit dem Porzellan zu verbinden. Mit neuen Technologien ist es inzwischen auch möglich, Porzellanpulver unter Druck in Metallformen zur gewünschten Form zu pressen. Im 18. Jahrhundert wurden zahlreiche

Porzellanfabriken gegründet. Viele davon mussten jedoch an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ihre Produktion wieder einstellen, und erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts, als bei Selb große Kaolinvorkommen entdeckt wurden, entstanden wieder neue Porzellanfabriken. Heute liegen die meisten Porzellanmanufakturen entlang der Bayerischen Porzellanstraße, die sich über 550 Kilometer von Bayreuth bis nach Bamberg zieht. Die Zahl der Porzellanfabriken hat sich seit den 1970er Jahren jedoch stark reduziert. Seit längerem steckt die Porzellanindustrie in einer schweren Krise, und Tausende von Arbeitsplätzen gingen im Rahmen einer gewaltigen Umstrukturierung verloren. Durch die zunehmende Technisierung und Automatisierung sind auch traditionelle Berufe, wie zum Beispiel der des Porzellanmalers, vom Aussterben bedroht. Noch jedoch wird das weiße Gold, wie Porzellan auch genannt wird, von vielen Porzellanfabriken nach der altüberbrachten Herstellungsweise produziert, und diese hochwertigen Produkte werden mit Sicherheit auch in Zukunft unsere Wohnungen zieren.