Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanfabrik Oskar Schlegelmilch

Porzellanfabrik Oskar Schlegelmilch Langenwiesen

Die Porzellanfabrik Oscar Schlegelmilch wurde 1892 in Langewiesen mit ca. 200 Beschäftigten in Betrieb genommen. Hergestellt wurden hauptsächlich Vasen, Mokkatassen und Nippesartikel. Im Jahr 1953 erfolgte die Verstaatlichung des Betriebes. Er hatte 225 Mitarbeiter. Im Jahr 1972 wurde der Betrieb geschlossen. Viele Mitarbeiter haben im damals neuen Porzellanwerk Henneberg in Ilmenau eine Beschäftigung gefunden.

Chronik Oskar Schlegelmilch Porzellanfabrik

1892: Eintragung der Porzellanfabrik in das Handelsregister beim Fürstlichen Schwarzburger Amtsgericht in Gehren - Inhaber Oscar Schlegelmilch leitet die Fabrik als Einzelkaufmann. Man fertigt Zierporzellan, Nippes und Mokkatassen in Auf- und Unterglasmalerei.

1904: Dem Kaufmann Theodor Conrad Hinrichs, bisher Direktor der Porzellanfabrik Erdmann Schlegelmilch in Suhl, wird Prokura erteilt. 1905: Die Fabrik wird in eine OHG (Offene Handelsgesellschaft) umgewandelt, mit Herrn Hinrichs als gleichberechtigten Teilhaber. 1914: Vergrösserung der Fabrik durch 4 Rundöfen; Sortimentserweiterung um Dosen, grosse Vasen, Belegtassen und Krüge im Jugendstil. Belegschaftserhöhung auf 300 Personen. Hauptabsatzgebiete: Nord- und Südamerika, nordische Länder und der Balkan. Der Transport erfolgt in Fässern. 1914: Kommerzienrat O.Schlegelmilch zieht freiwillig in den 1.Weltkrieg; T.C. Hinrichs übernimmt die Leitung.1922-1924 Die Töchter der Inhaber, Frau Helene Schwarz, geb. Hinrichs und Fräulein Toni Schlegelmilch werden persönlich haftende Gesellschafter der OHG.

1930: Hochwertige Fond- und Reliefmalerei wird bei Petroleumlicht angefertigt. 1929-1932: Umsatzverringerung durch Rückgang des Exportes; Die Belegschaft sinkt auf 32 Personen. 1931: Herr Gerhard Luge wird als Technischer Leiter eingestellt. 1934: Schlegelmilch entwickelt hunderte neue Muster und ca. 1.200 neue Dekore. Hinrichs scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma aus. Gesamtprokura wird Herrn Gerhard Luge sowie dem Kaufmann Karl Geissler erteilt.

1935: Beginnende Aufwärtsentwicklung; Modernisierungsmassnahmen durch Umbau des Brennofens. 1936: Aufstellung einer Führbringerschmelzmuffel (Farbschmelze) und Inbetriebnahme einer Spritzanlage sowie eines Eyrich-Tonmischers. Oscar Schlegelmilch zieht sich als mitarbeitender Gesellschafter aus der Fabrik zurück. Hans Schlegelmilch wird allein massgebender Gesellschafter; die Leitung der Fabrik übernimmt Gerhard Luge - Der Vertreterstab wird neu organisiert und neue Mitarbeiter werden angelernt.

1937: Oskar Schlegelmilch übersiedelt nach Köln. Direktor und Prokurist der Fabrik wird Gerhard Luge. Durch Umsatzsteigerung und Exportverdoppelung sind Gewinne zu verzeichnen. 1938: Oskar Schlegelmilch stirbt in Köln. Modernisierung und Umbau von Ofen 3, Erweiterung des Sortiments durch technische Spezialartikel und Reklameascheschalen sowie Ausbau der Geschenkartikelkollektion. 1939: Erweiterung der Belegschaft auf 140 Personen; weitere Umsatzsteigerung

1939-1945: Export eines umfangreichen Sortiments an Geschenkartikeln in nordische Länder, den Balkan und nach Holland. Die „Luxusfabrikation“ für das Inland wird gestoppt. Die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich. Die Belegschaft besteht nur noch aus ca. 30-50 Personen. 1945: Hans Schlegelmilch stirbt in Wesel. Auflösung der OHG; Witwe und Alleinerbin Christel Schlegelmilch führt den Betrieb weiter. 1945-1949: Abschluss von Veredlungsaufträgen und Einrichtung von Veredlungsarbeitsplätzen für ca. 40 Personen; Schaffung von Umsiedlerarbeitsplätzen. Die Firma wird zu Reparationslieferungen an die Sowjetunion verpflichtet - Zubehörteile für Bügeleisen werden ins Produktionsprogramm aufgenommen und Neue Mitarbeiter werden eingestellt.

1953: Staatliche Verwaltung des Betriebes (VEB Porzellanwerk Gehren). (Diese Verordnung regelte die Übernahme des Eigentums von Fabrikinhabern mit ständigen Wohnsitz in der BRD). Als Verwalter fungiert Herr Max Heyder vom VEB Porzellanwerk Gehren

1953: Beurlaubung des bisherige Direktors Gerhard Luge, der mit Familie in die BRD übersiedelt. Die staatlich verwaltete Porzellanfabrik hat wieder 225 Beschäftigte. Das Produktionssortiment: Haushaltporzellan, Kaffee-, Tee- und. Mokkaservice. Der Anteil an Geschenkartikeln, wie Dosen, Vasen, Schalen, in einfachen bis reichen Gold- und Farbfonddekoren wird reduziert. Die Produktion geht zu 80% ins Ausland und in die Sowjetunion.

1954:Beteiligung an der ständigen Export-Musterschau Berlin mit einer Auswahl an Mustern für Übersee und Europa. 1958: Export in nordische Länder, Jugoslawien, UdSsR; Hauptanteil geht an HO-Speziellhandel für sowjetische Magazine. Dem Antrag auf staatliche Beteiligung (56%) wird mit dem Gesellschaftsvertrag stattgegeben. Umwandlung der Firma in eine Kommanditgesellschaft unter dem Namen: Oscar Schlegelmilch KG. Neuer Kommanditist: Deutsche Investitionsbank Berlin, Einzelprokura: Max Heyder.

1959: Neuanschaffungen: Glasurmaschine und Teller-Roller; Ausbau der Grossküche mit Belegschaftsraum; Bau der Toilettenanlage, Trafostation und Sanitätsstelle. Neuer Kommanditist wird der VEB Porzellanwerk Graf von Henneberg Ilmenau. 1965: Staatliche Beteiligung erhöht sich auf 68%. Die Zahl der Arbeitskräfte sinkt auf 208. Produktion von Kaffee- und. Mokkaservicen- 1/3 Export, 1/3 Regierungsaufträge, 1/3 Bevölkerungsbedarf. 1965-1971: Die Dekoration von Haushaltsporzellan mit Edelmetallen und Feingold bedürfen einer „Verwendungsgenehmigung“ Nur für Export, Regierungsaufträge u. Sonderbedarf wird diese erteilt.

1971: Staatlicher Gesellschafter, Direktor des VEB Porzellanwerkes Ilmenau stellt Antrag auf Liquidation, da die Arbeitskräftekapazität im neuen Porzellanwerk abgesichert werden muss. 1972: Auszahlung der Kapitalanteile an alle priva-ten Gesellschafter durch den Staat. Übertragung aller materiellen Umlaufmittel und Grundmittel an das Porzellanwerk Ilmenau. Angliederung der Fabrik an den VEB Porzellanwerk Ilmenau als Werk VII und Übernahme eines Teiles der Facharbeiter - Ein Teil des Betriebes wurde als Lehrbetrieb eingerichtet.. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude entstand ein Wohnheim für 15 Lehrlinge.

1990: Durch die politische Wende wurde die Treuhand Besitzer des Gebäudes. Heute haben sich auf dem ehemaligen Betriebsgelände mehrere Kleinunternehmen angesiedelt,