Porzellanfabrik Kaltenhofen
Kaltenhof bei Grünlas (Jalovy Dvur)
Porzellanfabrik Julius Dietl in Kaltenhof. Franz Peter, der in der Mitte des 19. Jhdts. in der Fabrik von Portheim & Sohn in Chodau als Modelleur und auch als Kaufmann tätig und in den 60er Jahren an der Tonwarenfabrik in Nesselsdorf in Mähren beteiligt war, kaufte im J. 1867 von der Stadtgemeinde Elbogen das ehemalige Getreideschüttbodengebäude Nr. 45 in Kaltenhof [Ortsteil von Grünlas] und baute es zu einer Tonwarenfabrik um. In den Jahren 1873 und 1874 baute er das Haus Nr. 46 als Wohnhaus für seine Arbeiter, und in den Jahren 1873-1875 erwirbt er noch weitere Grundstücke. Im J. 1875 baut er noch einen runden Brennpfen und beginnt allmählich mit der Erzeugung von Porzellan. Im J. 1883 nannte man seine Fabrik schon Porzellan- und Tonwarenfabrik. Nach seinem Tode im J. 1884 führten seine Witwe und Söhne die Fabrik unter der Firma "Gebrüder Pe~ter, Porzellan- und Tonwarenerzeugung'"weiter. Schon im J. 1883 besaß die Firma "Franz Peter, Porzellan- und Tonwarenfabrik" eine Niederlage in Karlsbad. Im J. 1890 führten. die Gebrüder Peter einen Anbau und einen Porzellanbrennofen auf. Aber im J. 1891 waren sie dem Kaufmann Adolf John in Tetschen 15.150 fl. schuldig. Von 1892-1893 war die Fabrik wegen Konkurs stillgelegt. Im J. 1893 wurde sie versteigert- und von Adolf John um 8.035 fl. ersteigert und von ihm verpachtet. Im J. 1906 kaufte sie um 20.500 K Julius Dietl, damals in Wien, der sie auch verpachtete und erst ab 1913 selbst betrieb. Nach seinem Tode im J. 1928 führten sie seine Kinder bis 1945 weiter. 1946 wurde sie stillgelegt und bald abgetragen. 19) Besitzer: 1867- Franz Peter (l/2) und Gattin Elisabeth Peter (l/2), 1884- Elisabeth Peter (l/2), Franz Peter (l/4), Gustav Peter (l/4), 1893- Adolf John, Tetschen, 1906- Julius Dietl, Wien, 1928- Alfred Dietl (l/3), Robert Dietl (l/3), Frieda Wehinger (l/3), 1938- Alfred Dietl und Frieda Wehinger. Pächter: 1894- Adolf Hetzel, Bodenbach, 1895- Carl Speck,
1897- Hugo Winter, 1900- Dietl & Co. [Julius Dietl und Georg Bauer], 1905- Rudolf Kämpf, 1910- Ignaz Hans Siederer, (1912) Rudolf Wagner, 1913 Orosdi, Back & Co. Die Fabrik wurde von Julius Dietl in den Jahren 1920 und 1926 vergrößert, ebenso in den Jahren 1929, 1931 und 1939 von seinen Erben. Im J. 1941 wurde das abgebrannte Brennhaus wieder aufgebaut. Die größte Entwicklung für die Fabrik bedeutete die Pacht der ehemaligen Perschfabrik in den Jahren 1934-1939. (s. S. 22). Erzeugnisse: 1904. Kaffee- und Milchtöpfe, Mugs und Becher, 1937: Die Service Fantasia, Derby, Paris, Minton, Belleshape, Ideal, Karin, Empire, Feston E., Robert; das Kaffeeservice Helena; Kochtöpfe, Kaltenhofer Kantenbecher, feuerfeste Kochtöpfe "JUDIKA", Teller, Platten, Gewürzbehälter, Servierschalen, Orient-, Luxus- und Phantasieartikel; 1944: hauptsächlich Kaffeetöpfe. 1904-. 60 Arbeiter, 1937: 300 Arbeiter.
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