Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanfabarik Kahla

Gründung der Porzellanfabrik Kahla durch Ch. Eckardt

Der Begründer der Kahlaer Porzellanfabrik war Christian Eckardt. Im Jahre 1844 baute dieser ein in der Rudolstädter Strasse gelegenes Farbenwerk zu einer Massenmühle mit Brennofen um. Die Zeit war nicht glücklich gewählt, die wirtschaftliche Lage war allgemein schlecht, und das Unternehmen blieb längere Zeit in seinen bescheidenen Anfängen stehen, auch nachdem es 1856 in den Besitz des früheren Gutbesitzers Fr. A. Koch übergegangen war. Noch gegen Ende der sechziger Jahre hatte die Fabrik zwei kleine Öfen mit Holzfeuerung, und ihr Betrieb war nichts weniger als gewinnbringend. Den Anlass für die Gründung der Kahlaer Porzellanfabrik haben wohl neben anderen Umständen die Quarzsandvorkommen des Saalethales gegeben, indessen waren doch noch andere Vorbedingungen erforderlich, um ein neues, schon damals mit starker Konkurrenz kämpfendes Unternehmen hochzubringen.

Diesen Anlass brachte erst der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung nach dem siegreichen Kriegen 1870/71. In der Mitte der siebziger Jahre fand eine wesentliche Vergrösserung die sog. Wiesenmühle, eine frühere Mahl- und Schneidemühle, angekauft und in eine Porzellanfabrik umgebaut. Die Wiesenmühle ist in ihrem heutigen stark erweiterten Zustande noch in Betrieb. Das Unternehmen entwickelte sich jetzt unter der tatkräftigen Leitung Hermann Kochs, des ältesten Sohnes des oben Erwähnten, der die Fabrik 1871 übernommen hatte, rasch zur Blüte. Als die abermals erforderlichen Erweiterungen die Kraft eines einzelnen überstiegen, wurde die Porzellanfabrik im Jahre 1888 unter Mitwirkung des Bankhauses B. M. Strupp in Meiningen, die kurz vorher mit der Umwandlung der Porzellanfabriken zu Kloster Veilsdorf und Königszelt (Schlesien) zu Aktiengesellschaften überführt. Schon im folgenden Jahre wurde in Kahla eine weitere Porzellanfabrik, die sog. alte Lehmannsche Fabrik mit fünf Öfen, hinzugekauft. Durch den Erwerb dieses Werkes gelangte die Firma gleichzeitig in den Besitz der sog. Saalmühle, welche zur Ausnutzung ihrer Wasserkräfte im Laufe der Jahre wohl zur grössten Massenmühle Deutschlands ausgebaut worden ist.

Gründung von Zweigfabriken durch Zukauf

Um die selbe Zeit erfolgte mit der Gründung einer Zweigfabrik in Hermsdorf (S.-A.) ein wichtiger Schritt zur Erweiterung des Unternehmens über die Stadtmauern von Kahla hinaus. Die Angliederung von Zweigniederlassungen wurde im Jahre 1890 durch den Ankauf der Zwickauer Porzellanfabrik fortgesetzt. Als sodann die in Hermsdorf eingeführte Fabrikation des technischen, besonders elektrotechnischen Porzellans sich über Erwarten gut entwickelte, gab das den Anlass 1906 auch in der Stadt Freiberg (Sachsen) eine grosse Fabrik zu Erweiterung des Geschäftszweiges zu erbauen.

Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

So wuchs die A.-G. Porzellanfabrik Kahla zu einem Unternehmen heran das im Jahre 1914 über 78 Rundöfen verfügte und mehr als 3300 Personen beschäftigte. Heute 1922 ist die Zahl der Arbeiter und Angestellten nach starkem Sinken infolge des Weltkrieges wieder über den Stand vor dem Kriege angewachsen und beträgt rund 3500 Mitarbeiter. In Kahla selbst besitzt die A.-G. Porzellanfabrik Kahla gegenwärtig 37 Öfen mit einem Gesamtinhalt von rund 2000 cbm. Dieselbe verteilen sich auf fünf räumlich getrennte Betriebe. Von diesen sind die Bahnhofsfabrik und die Fabrik an der Jenaer Landstrasse die grössten und mit den modernsten Einrichtungen versehen. So ist z.B. ersteres Werk zur Hälfte, letzteres vollständig für Generatorgasfeuerung eingerichtet. Die Fabrik an der Jenaer Landstrasse liegt etwa 10 Minuten nördlich des Staatsbahnhofs und wurde erst kurz vor dem Kriege fertig (1914). Dem langestreckten Brennhauses gegenüber liegt die zugehörige Gasanstalt mit mehreren Generatoren neuester Bauart. Das Gas wird durch Kanaleitungen sämltiche Öfen zugeführt, von denen in der Regel jeden Tag einer entleert und einer in Brand gesetzt wird, während die übrigen in Glut stehen, in der Füllung oder im Abkühlen begriffen sind. Das Tätigkeitsgebiet der Fabrik umfasst hauptsächlich Gebrauchsgeschirre jeder Art, die in Massen angefertigt werden und neben einen beträchtlichen Absatz im Inlande seit langen Jahren vorwiegend im Ausland abgesetzt werden. Vor dem Ausbruche des Krieges wurden über dreiviertel der ganzen Erzeugung nach allen Auslandsstaaten ausgeführt, und wenn der Krieg auch diese Beziehungen zum grössten Teile unterbrach, so ist doch das Exportgeschäft wieder im Steigen und dürfte in Zukunft die alte Bedeutung wieder gewinnen. Die Porzellanfabrik Kahla verfügt nicht nur über eigene günstig liegende Gruben von Quarzsand, sondern hat sich auch zum Zwecke einer dauernden gesicherten Selbstversorgung mit Porzellanerde angegliedert. Die Porzellanfabrik Kahla zählte 1914 zu den grössten Porzellanherstellern Deutschlands und gliedert u. a. die Porzellanwerke Arzberg, Hutschenreuther und Schönwald an. Im Jahre 1946 wurde die Porzellanfabrik eine russische Aktiengesellschaft und folgte 1952 in einem VEB Betrieb der DDR. Im Jahre 1991 wurde die Porzellanfabrik Kahla privatisiert und ging zwei Jahre später in den Konkurs. Im Jahre 1994 erfolgte eine Neugründung und firmierte unter den Namen Kahla/Thüringen G.m.b.H.

Chronik Kahla Konzern

1844 Gründung durch Christian Eckardt. 1888 Umwandlung in eine Aktiensgesellschaft und Einbeziehung in den Strupp-Konzern 1889 - 1927 Erwerb verschiedener keramischer Betriebe in Sachsen und Thüringen. Die Kahla Gruppe wird dadurch grösster Hersteller von Geschirr und Elektroporzellan.

1927 Aufgrund von Fusionsverträgen werden die Porzellanfabriken Schönwald AG und die E. & A. Müller AG in Schönwald übernommen zusammen mit der Zweigniederlassung Porzellanfabrik Arzberg. 1945 Die Werke in Thüringen und Sachsen und Schlessien werden aus der Gesellschaft herausgelöst und zugunsten dieser Länder enteignet.

1948 Der Sitz der Firma wird nach Schönwald verlegt, die Rumpfbetriebe sind Schönwald und Arzberg. 1958 Der seit 1954 mit der Tonwarenfabrik Schwandorf bestehende Gewinn- und Verlust-Abführungsvertrag wird aufgehoben. Die Werke Schwandorf und Wiesau gehen in die AG der Porzellanfabrik Kahla ein.