Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Max Pfeiffer

Max Adolf, 1875 Berlin – 14.01.1957 Haus Falkenheim, Starnberger See. Keramiker, Maschineningenieur, Chemiker, Bildhauer, Entwerfer. 1895-1899 Studium des Maschinenbaus und der Chemie an den Techn. Hochschulen Darmstadt und Braunschweig. Von 1904 bis 1908 Konstruktions-Assistent an der Techn. Hochschule Dresden. Mitarbeit im Atelier des Bildhauers Prof. Karl Echtermeier in Braunschweig.

Nach 13jähriger Ausbildung trat er in die feinkeramische Industrie ein. Gründungsmitglied des Deutschen Werkbundes 1907. Ab 1908 war er Direktor der Porzellanfabrik Unterweißbach und gründete am 16.02.1909 die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst. Für Pfeiffer war die Gestaltung von Porzellan „eine sehr ernsthafte Sache, eine Lebensaufgabe, wie sie größer und schöner nicht zu denken ist“. Ihm gelang es, namhafte Bildhauer und Modelleure, u.a. Ernst Barlach, Paul Scheurich, Max Esser, Gerhard Marks, Dorothea Charol, Martha Schlamaeus, Etha Richter,usw. zu verpflichten. Diese verschafften den „Werkstätten“ schon wenige Monate nach Produktionsbeginn 1909 schnell Achtung und Anerkennung. Es folgten 1910 ein Staatspreis und eine Goldmedaille in Wien und Brüssel, 1911 zwei Medaillen in Turin, 1913 zwei Goldmedaillen der Intern. Baufachausstellung in Leipzig und der Weltausstellung in Gent.

Bis in die heutige Zeit werden die geschaffenen Kunstwerke gewürdigt als „...wegweisende Leistungen...“ und bewundert als „...bewußter Stil, gestützt auf Material und Technik, gelenkt von einem künstlerischen Gefühl...“. 1913 verließ Pfeiffer die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst und wurde kaufmännischer-, ab 1918 leitender Direktor der Königl. Sächs. Porzellanmanufaktur Meissen, 1926-1933 dort Generaldirektor. Er führte seine in Unterweißbach begonnene Arbeit erfolgreich weiter. Auch ein Großteil der für ihn in den Schwarzburger Werkstätten tätigen Künstler folgte ihm. Der zweite Weltkrieg setzte Pfeiffers Bemühungen um die Entwicklung der zeitgemäßen Porzellanplastik ein Ende. Von 1941 bis 1945 war er in der Staatlichen Glasmanufaktur Karlsbad tätig, um anschließend nach Selb zu gehen. Seine Persönlichkeit wird treffend beschrieben als „... Vereinigung einer umfassenden Universalität mit einer mächtigen Produktivität...Keramische Wissenschaft und Praxis, Kunst und Technik, Kultur und Wirtschaft von einem Geiste umfaßt im Gesamtbereiche des Faches beherrscht.“ (Keramos, Nov. 1924)