Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Karl Diebitsch

Der aus einer Kaufmannsfamilie stammende Carl Diebitsch zeigte schon als Gymnasiast eine ausgeprägte künstlerisch-zeichnerische Begabung, absolvierte aber auf Geheiß seines Vaters zunächst eine Malerlehre und schloss sie nach der Genesung von einer Verwundung, die er im Kriegsdienst erlitten hatte, 1919 mit der Gesellenprüfung ab. Im folgendem Jahr begann er an der Münchner Akademie das Studium der Malerei bei dem dort seit 1907 als Professor tätigen Maler Hermann Groeber und war bereits 1923 mit einem Porträt im Glaspalast vertreten. Ausstellungen seiner malerischen Arbeiten in Hannover, Budapest und Paris folgten.

Um die Mitte der 1920er Jahre wandte sich Debitsch mehr der angewandtem Kunst zu. Neben der eigenen Porzellanmalerei, die ihm vorwiegend beschäftigte, entstanden Dekore für Fayence- und Glasarbeiten. Darüber hinaus lieferte er Entwürfe für Schmuck und gestaltete auch einige Briefmarkenserie, darunter Trachten und 100 Jahre Deutsche Eisenbahn. Schon früh hatte er sich der nationalsoziallistischen Bewegung angeschlossen. Er trat in die SS ein, avancierte rasch zum Obersturmbannführer und wurde Chef der SS-Abteilung für künstlerische Fragen.

In dieser Eigenschaft war er 1936 entscheidend an der Übernahme der im Vorjahr gegründeten Porzellanmanufaktur Allach durch die SS beteiligt und wurde vorübergehend ihr Leiter und steuerte auch eigene Entwürfe bei. Von 1939 bis zum Kriegsende gehörte er der Waffen SS an und war dann als freiberuflicher Porzellanmaler in Rottach Egern ansässig. 1949 begann seine Zusammenarbeit mit der Porzellanfabrik Heinrich & CO. Selb. Er lieferte zunächst malerische Entwürfe, darunter die Jagdserie Parforce, und wurde 1950 nach Karl Mötsch zu dem zweiten wichtigen Dekorgestalter für das neu entwickelte Gemmo Porzellan. 1955/56 lieferte er Entwürfe für die neugegründete Porzellanfabrik Niederrhein in Rees. Nachdem die Porzellanfertigung dort 1957 eingestellt worden war, kam es zu einer zusammenarbeit mit der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther in Selb. In der Folgezeit widmete sich Diebitsch wieder ganz der freien Malerei. 1974 verlegte er seinem Wohnsitz in den Nachbarort Kreuth und war hier bis zu seinem Tode tätig.