Jubiläumsausstellung Königstraum und Massenware eröffnet

Bilder von der Eröffnung Königstraum und Massenware 24.04.2010

Museumsdirektor Wilhelm Siemen, Landrat Dr. Karl Döhler, Finanzminister Georg Fahrenschon

 Ausstellungseröffnung

Ausstellung Königstraum und Massenware eröffnet

24.04.2010: Jubiläumsausstellung "Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan im Porzellanikon Selb und Hohenberg a.d.Eger mit 1000 Gästen eröffnet.

"Ein Traum wird heute für uns wahr: Wir eröffnen Europas größte Porzellanausstellung im Jubiläumsjahr 2010!“ Stolz und freudig begrüßte der Direktor des Porzellanikons Selb und Hohenberg a.d.Eger, Wilhelm Siemen, am Samstag im Beisein von rund 1000 Gästen die Ausstellung "Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan. Darunter waren zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, aber auch eine internationalen Kuratorenriege. Anlass der Ausstellung in Nordbayern ist das 300jährige Jubiläum des Beginns der europäischen Porzellanproduktion in Meißen. Eine mehr als vierjährige Vorbereitungszeit fand damit ihren Schlusspunkt. Gut 1000 Exponate, darunter Leihgaben von 100 Museen und Sammlungen aus 17 Nationen, ergänzen die Stücke aus den eigenen Museumsbeständen. Die Ausstellung zeigt auf 3500 m2 damit einen weltweit einmaligen und spannend inszenierten Überblick über die Entwicklung des europäischen Porzellans von 1710 bis heute.

Der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon vertrat bei den Feierlichkeiten den Schirmherrn der Ausstellung, den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Außer den Grüßen der gesamten Staatsregierung hatte der Minister auch ein Eröffnungsgeschenk im Gepäck: Auf die Exklusivität der Ausstellung und die Besonderheit der Region in Sachen Porzellan anspielend, sagte er: "Aus dieser einmaligen Situation kann man mehr machen als ein Museum.“ Die bayerische Staatsregierung wolle deshalb die Außenstelle einer entsprechenden Hochschule in Selb einrichten. In Frage kämen etwa die Universität Bayreuth mit ihrem materialwissenschaftlichen Schwerpunkt oder die Hochschule Hof. Dass der Verfassungssatz "Bayern ist ein Kulturstaat“ keine hohle Phrase sei, beweise sich damit einmal mehr.

Dr. Karl Döhler, Landrat des Landkreises Wunsiedel, begrüßte die Gäste als Zweckverbandsvorsitzender des Porzellanikons und sprach im Zusammenhang mit dem Porzellanjubiläumsjahr von einer historischen Gelegenheit für das Fichtelgebirge und Oberfranken. Die Ausstellung sei eine Chance für die gesamte Region, in der sich die Fachkompetenz in Sachen Porzellan immer wieder beweise: "70 Prozent allen europäischen Porzellans kommen noch heute aus Oberfranken und der Oberpfalz,“ betonte Döhler. Spannend blieb der Ausstellungsaufbau bis zur letzten Minute: Eine halbe Stunde vor Eröffnung traf die letzte Leihgabe aus dem europäischen Ausland ein – die isländische Vulkanasche hatte auch die lückenlose Eröffnung der Ausstellung gefährdet. Im Porzellanikon Hohenberg a.d. Eger sind nun bis zum 2. November atemberaubende und weltweit einmalige Ankerstücke der europäischen Porzellanentwicklung vom Barock bis zum Art Déco in atmosphärisch dichten und einfühlsamen Farbkonzepten und Ausstellungsarchitekturen präsentiert. "Was man hier zusammengetragen hat, ist überwältigen!“ gab sich der Leiter des Museums im Schloss Fürstenberg Thomas Krueger begeistert.

Im Porzellanikon Selb endet die chronologische Zeitreise. Statt dessen werden die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten des facettenreichen Werkstoffes aufgezeigt. Das Prädikat “Spitzenklasse! Das geht nicht besser!“ vergab Prof. Dr. Florian Hufnagel, Direktor der Neuen Sammlung München, beispielsweise für den Ausstellungsteil "300tX“, der die Ideen junger Studierender und Absolventen an europäische Hochschulen zum Thema Porzellan zeigt. Kurator ist hier Prof. Hubert Kittel von der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. Die Ausstellung "Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“ ist ab sofort täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet. Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Schau. Die Standorte des Porzellanikons Selb und Hohenberg a.d. Eger liegen etwa zehn Autominuten voneinander entfernt. Es verkehrt ein kostenloser Shuttlebus (www.koenigstraumundmassenware.org).