Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Geschichte der Porzellanstadt Selb

 

  

Stadtwappen Selb

 

Die Geschichte der Stadt Selb

Die Stadt Selb zählte im Jahre 1963 19.800 Einwohner. [Die Einwohnerzahl der Stadt Selb betrug nach den amtlichen Zählungen: 1858:8200, 1871:4235, 1880:4995, 1890:5422, 1900:7218, 1910:10500, 1920:12454, 1924:14220]

Sie liegt an der Eisenbahnlinie Hof - Selb - Marktredwitz mit direkter Verbindung nach Bayreuth und Schnabelwaid. Selb liegt in der Nordostecke Oberfrankens, 555 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, verkörpert den Mittelpunkt der bayerischen Porzellanindustrie und darf sich deshalb mit berechtigten Stolz als "die Stadt des Porzellans" bezeichnen. Sein Name ist im Verzeichnis der Postämter, Poststellen und Telegrafenstationen der Welt nur ein einziges Mal verzeichnet. Obwohl es auf Grund des Qualitätsporzellans das in ihm erzeugt und in alle Länder der Erde exportiert wird, Weltberühmtheit erlangt hat, fristete es, verkehrstechnisch bedingt durch seine geographische Lage, die sich seit 1945 infolge des Eisernen Vorhangs noch in erhöhten Masse zu seinem Nachteil ausgewirkt hatte, eine Art Stiefmütterchendasein. Ein politisches Ereignis rückte die Stadt Selb schlagartig in das Licht der Weltöffentlichkeit.

Die Ankunft des Freiheitszuges

aus der Tschechoslowakei auf dem Bahnhof Selb- Plössberg im Jahre 1951. Damals durchbrachen freiheitsliebende Tschechen auf der später nur mehr der Kohlenlieferung dienenden Eisenbahnstrecke Eger - Asch - Hof den Eisernen Vorhang und setzten sich nach dem Westen ab. In jenen Tagen wurde Selb für einige Stunden und Tage buchstäblich zum Mittelpunkt der Welt. Womit - mittelbar - ein Höhepunkt in seiner geschichtlichen Entwicklung erklommen war. Der Ursprung dieser Entwicklung ist nicht genau festzustellbar. Die älteste Urkunde über Selb stammt aus dem Jahre 1232. Während frühere Geschichtsforscher die Meinung vertraten, dass Selb aus einer wendischen Siedlung hervorgegangen sei, führt der Selber Heimatforscher Dr. Ludwig Riess den Nachweiss, dass Selb nicht - wie noch vor über drei Jahrzehnten angenommen wurde - 1426, sondern erst 1836 zur Stadt erhoben wurde. Dessenungeachtet bleibt festzustellen, dass laut der ältesten Urkunde aus dem Jahre 1232 Kaiser Friedrich II. dem Feldhauptmann Heinrich Vogt von Plauen, Selb sowie das benachbarte, viereinhalb Kilometer entfernte, in der Tschechoslowakei gelegene Asch übertrug.

Durch seine Urkunde aus dem Jahre 1281 wurden die beiden Märkte von Kaiser Rudolf von Habsburg an die Vögte von Plauen verpfändet. Am 21. August 1426 verlieh Marktgraf Friedrich von Brandenburg dem Markte Selb das sogenannte Wunsiedler Stadtrecht. Das entsprechende Dokument ist nicht mehr erhalten, wohl aber zwei Bestätigungen des Schriftstückes, die vom 23. Mai 1606 und vom 8. Januar 1663 datiert sind. 1823 richtete der Rat der Stadt Selb an König Max I. von Bayern ein Bittgesuch um Verleihung des Titels "Stadt", das abschlägig beschieden wurde - eine Tatsache, welche nach Auffassung von Dr. Riess untermauert, dass Selb nicht 1426, sondern erst am 17. Juni 1836 zur Stadt erhoben wurde, und zwar durch ein Reskript der Kgl. Regierung des Obermainkreises, Kammer des Innern, womit König Ludwig I. von Bayern auf wiederholte Gesuche des Selber Rates hin die Anerkennung Selbs als Stadt vornahm. Anfangs der zwaniger Jahre des 14. Jahrhunderts hatte das Geschlecht der Forster, das in Eger gebürtig war, begonnen Bedeutung für Selb zu gewinnen.

Anfangs der zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts,

Die Forster traten 1308 als Forstverwalter über den Reichsforst in die Geschichte der hiesigen Gegend ein. Die vorhandenen Urkunden lassen die berechtigte Annahme zu, dass Karl VI. 1355 die Forster mit dem Selber Forstmeisteramt belehnte oder die bereits bestehende Belehnung erneuterte. 1357 wurde letztere nochmals bestätigt. Die Forster verfügten in Selb über dreu Burgsitze. Der grösste war das Wasserschloss mit Ringmauer und Graben am Selbbach, das an der Stelle des heutigen Rathauses stand.

Es wurde 1583 niedergerissen und neu erbaut. Das Schlösslein am Schlossberg, ein schmuckloses Gebäude, gehörte unstreitig zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Das Burggut endlich stellte unzweifelhaft eine Forstersche Gründung dar. Ein weiteres bemerkenswertes Gebäude war die unter den Vögten von Plauen und Weida errichtete Kirche, die etwa den Platz der heutigen evangelischen Stadtkirche einnahm. Aus der Reihe der Forster ragt vor allem Erhard Forster hervor. Die Forster wurden indes das Opfer der damals herrschenden politischen Verhältnisse, durch die sie schliesslich gezwungen waren, ihre Besitzungen im Selber Forst zu verkaufen. Diese Massnahme erstreckte sich auf Selb mit drei gemauerten Sitzen und das Kirchlehen sowie auf die benachbarten Orten Weissenbach, Brunn, Schönwald, Schönlind, Viielitz und Neuhaus. Der Abnehmer war Burggraf Johann von Nürnberg. Der Kaufpreis betrug 4000 Gulden. Damit ging das Sechsämterland - bezeichnet nach den sechs Ämtern Wunsiedel, Weissenstadt, Thierstein, Kirchenlamitz, Selb und Hohenberg a. d. Eger - den Egeren verloren. Diese historisches Ereignis jedoch bedeutete für die Zukunft die Erhaltung des hiesigen Gebietes für Deutschland.

Es geht zwar die Sage, dass Selb 1430 mit seiner Kirche den Hussiten zum Opfer gefallen sei, doch gelang es bis heute nicht, dafür einen stichhaltigen Beweiss zu erbringen. Wahrscheinlich ist aber, dass die Hussiten 1462, als sie auf den Ruf des Herzogs von Bayern hin zum zweiten Male ins Land kamen, die erste Selber Kirche zerstörten. Zu dieser Annahme berechtigt die Tatsache, dass auf Anregung des Pfarrers Kaspar Schirndinger Papst Sixtus IV. am 21. Oktober 1475 einen von acht Kardinälen unterzeichneten Ablass von 100 Tagen all jenen erteilte, die zu den Baukosten der Selber Kirche, die seit 1310 bereits erbaut gewesen sein muss, beitrugen. Der Neu- und Um- und Erweiterungsbau der Pfarrkirche zu Selb war 1482 vollendet. Pfarrer Schirndingers Nachfolger Paulus Brandner leistete drei Jahre später dem Kurfürsten Albrecht den Priestereid. Brandners Nachfolger Christoph von Schirnding wiederum war der letzte vorreformatorische Pfarrer in Selb. Weder Geistliche noch die Selber Gemeinde sträubten sich dagegen, als der Marktgraf von Brandenburg 1527/28 durch ein Gesetz im hiesigen Gebiet die Reformation einführte.

Tiefer in die Wirren der Geschichte verwickelt wurde Selb dadurch, dass Albrecht Alcibiades 1541 den obergebirglichen Teil der marktgräflichen Lande, zu dem Selb gehörte, übernahm. Dieser verantwortungslose kleine Herrscher machte sich kein Gewissen daraus, ausländische Hilfsgelder anzunehmen, um damit seine Schulden zu tilgen. Dafür mussten viele nichtsahnende Bürger als Kriegsleute in ferne Lande ziehen. Vor allem im Schmalkaldischen Krieg, dessen Kämpfe sich auch in der unmittelbaren Nachbarschaft Selbs abspielten, zeigte sich, was für ein Unglück Albrecht Alcibiades für sein Land bedeutete. Bei den Aushebungen 1552 wurden 73 Selber zum Heere eingezogen. Als schliesslich die fränkischen Städte sowie die Kurfürsten der Pfalz und von Sachsen gemeinsam gegen Alcibiades marschierten, litt Selb schwer unter den Truppendurchzügen der Grafen von Reuss und Plauen sowie des Burggrafen von Meissen, die in der hiesigen Gegend übel hausten. In jenen Tagen - 1543 - wurde die frühere steinerne Brücke erbaut. Ende des 16. Jahrhunderts wurde in Selb neben dem Rektor ein Kantor angestellt.

Diese Tatsache veranlasst zu einem kurzen Rückblick auf das Selber Schulwesen, in dessen Entwicklung das Jahr 1528 auf das die erste behördlich anerkannte Schuleinrichtung Selbs zurück geht, den entscheidendsten Markstein bildete. Ein Anzeichen dafür, dass sich schon 1387 in Selb eine Schule befunden hat, kann darin erblickt werden, dass das zu der von Erhard Forster gestiftete Messe auf den St.-Erhard Altar gehörige Schulmeistergut im genannten Jahre der Pfründe überwiesen worden sein soll. Mit Sicherheit kann angenommen werden, dass die Schule in Selb gleichzeitig mit der Kirche ins Leben gerufen wurde. 1633 fiel der damalige Kantor Georg Kessler einen Einbruch der Kroaten zum Opfer. 1806 wurde die Schaffung einer dritten Schulstelle registriert, mit der sich die Kirchnerstelle verband, die vordem von einem Handwerker versehen worden war. Den pestalozzischen Erziehungsmethoden bereitete vor allem Magister Hagen den Boden, der für die Schule auch einen Lehrgarten für den naturkundlichen Anschauungsunterricht anlegte. Es heisst, Hagen gebühre das Verdienst, als Erster in deutschen Lande einen Schulgarten errichtet zu haben. Dessen Einweihung stand übrigens im Zeichen eines Festes mit feierlichen Zug und Kinderbelustigung, in welchen man den Vorläufer des Selber Heimat- und Wiesenfestes zu sehen hat. Die Sage berichtet, dass schon 1629 Schweden bis nach Selb vorgedrungen und von den kaiserlichen Truppen aufgerieben worden seien.

Eintragungen im Kirchenbuch aus dem Jahre 1632 lassen darauf schliessen, dass die Schweden in Selb einen Werbeplatz aufgeschlagen hatten. Ende 1631 oder Anfang 1632 schleppten in Selb sich sammelte Soldaten eine ansteckende Krankheit ein und einfallende Kroaten brachten die Blattern mit. Die Kroaten bildeten Truppen des friedländischen Heeres, das am 9. Juni 1632 zum ersten Male in Selb einfiel und sich hier fürchterlich gebärdete. 1633 erfolgte ein Truppendurchzug der Armee des Feldmarschals Gallas, der auf Befehl Wallensteins von Wunsiedel aus über Thiersheim und Selb nach Meissen marschierte.

Am 1. Juli 1633 wurde der Diakon Albinus

aus Selb von Kroaten des Holkschen Korps bei Kautendorf ermordert. Am 31. August 1633 infolge des Waffenstillstandes zwischen dem Kaiser und Sachsen nach Böhmen zurückflutendes Holkschen Kriegsvolk schleppte in Selb die Pest ein, an der Feldmarschal Holk selbst in Tirschenreuth bei Adorf starb. In Selb gingen an der Pest vier Bürgermeister und vier Ratsmitglieder sowie unzählige Bürgerinnen und Bürger zugrunde. Andreas Krembs, auf den Bürgermeisterwürde überging und der es dank seltener Tüchtigkeit zum reichsten Manne der hiesigen Gegend brachte, soll damals die meisten Toten als diese niemand mehr begraben wollte, selbst bestattet haben. Im Jahre 1660 hat Markgraf Wilhelm von Brandenburg nachweislich die Gründung der Metzgerzunft genehmigt, die sich auf Selb und das benachbarte Arzberg erstreckte. Diese Tatsache bildet einen willkommenen Fingerzeig für die Geschichte des Selber Handwerks. Fest steht, dass die einstigen Zünfte auch im alten Selb eine gewichtige Rolle spielten. Als wichtige Beweisstücke dürfen noch vorhandene Erzeugnisse der Selber Töpfer gelten. Die früheren Bürgermeister von Selb sind fast allesamt Handwerker gewesen, was beweist, dass die Einwohner dem Handwerk eine führende Stellung im kommunalen Leben einräumten. Neben alten Zunfttruhen sind auch Zunftsiegel und andere Symbole erhalten geblieben.

1677 stiftete Markgraf Christian Ernst die Schreinerszunft, 1698 entstand die Gerberzunft. Daneben soll Selb noch eine Zunft der Papiermacher bestanden haben - ein Hinweis übrigens auf die 1709 von dem Papierer Johann Georg Jäger aus Niederreuth bei Asch begründete Selber Papiermühle, die derzeit neben der in der benachbarten Ortschaft Mühlbach befindlichen Papierfabrik den einzigen Maternlieferanten in der Bundesrepublik verkörpert (1963). Chronik der Geschichte der Stadt Selb 12. Jh. Die Kolonisation im 12. Jahrhundert brachte Siedler aus dem bayerischen Raum in die Region um Selb. Ein Adelsgeschlecht, das sich „de Selewen“ nannte, ist seit 1135 fassbar. 1281 Erstmals wird Selb urkundlich erwähnt, als es zusammen mit dem benachbarten Asch im heutigen Tschechien an den Vogt Heinrich von Plauen verpfändet wurde und Kaiser Rudolf von Habsburg darüber eine Urkunde ausstellen liess. 1357 Selb wird als Reichslehen an das Geschlecht der „Forster“ übertragen, weil von hier aus der Egerer Reichsforst verwaltet wird.1412 wird Selb an die Burggrafen von Nürnberg verkauft.

Diese schufen 1437 das „Sechsländerland“,

so genannt, weil die Verwaltungsaufgaben dezentral auf sechs Amtsstädte verteilt waren. Eines dieser „Sechsämter“ war Selb. 1426 Markgraf Friedrich I. von Bayreuth-Brandenburg verleiht der Stadt ein erstes Stadtrecht. Selb bleibt Zentrum des markgräflichen Forstes und bevorzugtes Jagdrevier der Bayreuther Fürsten. Noch heute erinnern die Hirschgeweihe im Stadtwappen an die jagdgeschichtliche Bedeutung der Stadt. 17. Jh. Nach mehreren Besitzwechseln und kriegerischen Zerstörungen in den darauffolgenden Jahrhunderten erlangt Selb bis weit ins 18. Jh. Bedeutung als Bergbaustandort in Verbindung mit Hammer- und Eisenschmelzwerken. Die bedeutendsten Hammerwerke (Wenden-, Kaiser-, Schwarzen- und Hendelhammer) nutzen die Wasserkraft der Eger. Bergbau findet sich im Steinbruch auf der Häusellohe (heutiger Schausteinbruch). Das dortige sehr feinkörnige Granitvorkommen, das keine Eisenbeimengungen enthält, wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem zur Herstellung von technischen Walzen für die Porzellanindustrie und von Mühlsteinen genutzt. 18. Jh. Selb ist im 18. Jh. eine Handwerkerstadt mit ca. 1.500 Einwohnern und mit Zünften der Schreiner, Zimmerleute, Gerber, Müller, Schuster und Weber.

1709 errichtet der Papiermacher Johann Georg Jäger eine Papiermühle. Sie wird zum ersten Industriebetrieb der Stadt, der bis in die 1970´er Jahre Bedeutung für die Druckindustrie haben sollte. 1810 Nach dem Friedensschluss von Wien 1809 wird Selb am 30. Juni 1810 bayerisch. 1836 Am 17. Juni 1836 wird Selb zur Stadt erhoben. 1856 Durch die Unachtsamkeit einer Magd geraten am 18. März die Gebäude der Alten Apotheke in Brand. Das Feuer breitet sich innerhalb weniger Stunden aus und zerstört die gesamte Stadt. 3.500 Einwohner werden obdachlos. Mit dem Wiederaufbau ändert sich das Stadtbild v.a. aber die Erwerbsstruktur grundlegend. Die Porzellanstadt wird geboren. 1857 Impulsgeber für den industriellen Aufschwung der Stadt des Porzellans ist Lorenz Hutschenreuther, der 1857 die erste Porzellanfabrik auf der Ludwigsmühle errichtet. Seine Pioniertat besteht darin, dass er die industrielle Serienfertigung von Porzellan ermöglicht. Das „Weisse Gold“ wird auch für Normalbürger erschwinglich. In der Fabrik finden viele der arbeitslos gewordenen Weber eine neue Zukunft.

1864 Der Bahnanschluss an die Strecke Hof – Eger begünstigt die einsetzende, rasante Industrieentwicklung in Selb. Es gründen sich die Porzellanfabriken Jakob Zeidler & Co., J. Rieber, Rosenthal, Krautheim, Müller, Heinrich & Co., Jäger & Werner, Gräf & Krippner, Krautheim & Adelberg, Zeidler & Purucker, Gebr. Hofmann und die Oberfränkische Porzellanfabrik Zollfrank.

1900 Selb hat bereits 7.200 Einwohner. Inzwischen bestehen 20 Porzellanfabriken mit zusammen 100 Rundöfen. 1919 Am 1. Juli 1919 wird Selb zur kreisfreien Stadt erklärt. 1930 Die Stadt ist auf 14.200 Einwohner angewachsen. Die Zahl der Porzellanfabriken ist jedoch im Zuge der Weltwirtschaftskrise und der Inflation der 20er Jahre gesunken. Die meisten Fabriken sind durch Fusionen an andere Firmen übergegangen. Die übrig gebliebenen entwickeln sich zu Weltmarken. Heute noch sind die weltweit bekannten Marken Rosenthal, Hutschenreuther und Villeroy&Boch (vorm. Heinrich) in Selb ansässig.

1972 Im Zuge der Gebietsreform wird Selb als Grosse Kreisstadt dem Landkreis Wunsiedel zugeordnet. 1978 werden die Gemeinden Erkersreuth, Heidelheim-Steinselb, Längenau, Lauterbach-Wildenau, Mühlbach, Oberweissenbach, Selb-Plössberg, Silberbach, Spielberg, Unterweissenbach und Vielitz eingegliedert. Plössberg erscheint erstmals im ältesten Nothaftischen Lehenbuch von 1360/65. 1448 wurde Plössberg zum marktgräflichen Halsgericht Selb gezogen. 1818 wurde die mittelbare Gemeinde Plößberg errichtet. 1863 kam die Gemeinde zum Bezirksamt Rehau. 1865 wurde die Eisenbahn Linie Hof-Eger gebaut. Zur gleichen Zeit gründete in Bahnhofsnähe Jakob Zeidler eine Porzellanfabrik. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie nach Selb erhielt der Bahnhof den Namen Bahnhof Selb, nach dem zweiten Weltkrieg Selb-Plössberg. Kurz vor dem Kriege entstand am westlichen Ortsrand die Siedlung Vielitz. Nach dem Krieg wurden Schule, Kindergarten und Evang. Kirche neben zahlreichen Wohnungen erbaut. Die Porzellanfabrik, die zuletzt im Besitz der Firma Rosenthal war, wurde stillgelegt, eine kurze Zeit wurde sie Domizil einer Möbelhandelsgesellschaft, die in Konkurs ging. Schulisch wurde ein Verband mit Schönwald und Erkersreuth gegründet. Am 1.6.1977 zählte Selb-Plössberg 1214 Einwohner.

Im Jahre 1954 konnte ein Erweiterungsbau der Höheren Staatlichen Fachschule für Porzellan seiner Bestimmungen übergeben werden, indem die Ingenieur-technische Abteilung untergebracht war. 1963 modernisierte und rationalisierte die Industrie ihre Betriebe. Aus diesem Grunde bauten die Porzellanfabriken Lorenz Hutschenreuther A.G., Krautheim & Adelberg sowie Heinrich & CO. Tunnelofenanlagen sowie verschiedene neue Betriebsgebäude. Die Rosenthal Porzellan A.G. errichtete ein Studio und schon früher ein Inhalatorium. Von einer Industrie GmbH wurde das Parkhotel erbaut. Erweiterungsbauten nahmen die Matrazenfabrik Christian Baumgärtel, die elektronische Spezialfabrik Rausch & Pausch, die Maschinenfabrik Gebr. Netzsch und Heinrich Zeidler KG. sowie die RIG vor. An der Ascher Strasse entstand ein neuer Betrieb Hans Zollfrank, Betriebseinrichtungen, und an der Vielitzerstrasse erbaute die Prüfgeräte KG Linseis ein Betriebsgebäude.

Am 30. März 1968 nahm die Stadt das Angebot der Rosenthal A.G. an, gemeinsam ein Hallenbad zu errichten. Mitte September 1970 konnte der Grundstein gelegt werden, aber erst im Frühjahr 1971 wurde mit dem Bau gegonnen, die Einweihung erfolgte im August 1972.

Im Jahre 1968 baute die Hutschenreuther Porzellan A.G. ein beheiztes Freibad, das Pfingsten 1969 eingeweiht werden konnte. Im Jahre 1971 wurde ein grosszügiges Sportgelände als Ergänzung angelegt. Im August 1975 wurde Selb der Sitz des Berufsbildungszentrums für Keramik. Ende September konnte der Rosenthal-Park an der Hofer Strasse eingeweiht werden. Im Sommer desselben Jahres gründeten einige Selber Einzelhandelskaufleute den Selber Werbering, der in der Zukunft besonders aktiv bei den Langen Samstagen wurde. Im Dezember 1975 erhielt Philip Rosenthal die Goldene Bürgermedaille. Im April wurde die Porzellanfabrik Heinrich von Villeroy & Boch übernommen, nachdem frühere Sanierungsversuche fehlgeschlagen waren. Ebenfalls mit der Bürgermedaille wurde Direktor Roland Dorschner ausgezeichnet, Vorstandsvorsitzender der Hutschenreuther A.G.. Im Dezember wurde der Grundstein für die Hutschenreuther Eisporthalle gelegt, die im Dezember 1977 eingeweiht wurde. Am 30. Juli 1977 erhielten die Schöpfer des Porzellansbrunnes in der Fussgängerzone Hans Achtziger und Emil Höfer die Verdienstmedaille. Ein schwerer Schlag für die Porzellanindustrie war als im August die weithin bekannte Porzellanfabrik Krautheim & Adelberg in Konkurs ging.

Kein Land hat dazu in dem Masse beigetragen wie Deutschland und allem voran die Stadt des Porzellans Selb. Selb bietet zwar keine antiken Gebäude, aber weitere Höhepunkte in der Stadtgestaltung: Das alte Rosenthalfabrikgebäude in der Wittelsbacherstrasse, das 1982 mit Bäumen bepflanzt und mit verspiegelten schwarz glasierten und silbern glänzenden Keramikplatten verkleidet wurde, wird nach dem verantwortlichen Künstler Friedensreich Hundertwasser das Hundertwasserhaus genannt. Die Regenbogenfassade von Otto Piene und das Spiegelhaus von Marcello Morandini vervollständigen die extravaganten Fassaden der Rosenthalgebäude.

Das Rosenthaltheater, das 1982 nach vier Jahren Umbau- und Erweiterungsarbeiten wieder eröffnet wurde, ist eine städtebauliche Dominante, dessen gegliederte Architektur sich harmonisch in das Stadtbild Ein weiterer Beweis für die Verbundenheit mit dem Porzellan ist die Verkleidung des Sprungturms im städtischen Hallenbad aus hunderten quadratischen Porzellanreliefs, der von Victor Vasarely in Zusammenarbeit mit Ursula Rusche Wolters 1972 fertig gestellt wurde. Aber auch in jüngster Zeit wird auf Porzellan zurückgegriffen. Wolfgang Stefan verbindet in seinem »Regenbogenmotiv« für die Sparkasse Basalt, Metall und Porzellan zu einer Skulptur, die 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Stefan war schon 1988 mit der Gestaltung der Brücke in der Burgstrasse aktiv: Hier schuf er den marmornen »Sinnenden«, der den Lauf der Zeit studiert.

1991 schuf er den »Lebensbrunnen« auf dem Gerberplatz, der den Kreislauf des Lebens symbolisiert. Neben dem überall sichtbaren Porzellan ist der Buberlbrunnen Wahrzeichen Selbs. Vielleicht haben Sie Lust bekommen, Selb einen Besuch abzustatten und kommen anlässlich des Selber Bürgerfestes am 2. Juni, des Wiesenfestes am zweiten Wochenende im Juli, in den Wochen den weissen Goldes im Juli/August oder zum Fest der Porzelliner am ersten Samstag im August vorbei.10

Heute ist Selb mit 14.500 Einwohnern nicht besonders groß, aber durch ihr »Weißes Gold« weltbekannt. In den letzten Jahren hat sich die wirt- schaftliche Situation aufgrund der bekannten Rezession im Bereich der keramischen In- dustrie gewandelt. Der Name Selb steht heute deshalb nicht mehr nur für die monostrukturierte Porzellanindustrie, sondern für viele zukunftsweisende Industriezweige: Genannt seien hier stellvertretend für viele Firmen die Gerätebau– und Filtrationstechnik GmbH Netzsch, die elektrische Spezialfabrik Rausch und Pausch, Linseis Messgeräte GmbH und die Vishay Electronic GmbH.

Dem stetigen Bevölkerungsanstieg, der die Stadtentwicklung widerspiegelt, sollte durch eine Neukonzipierung der Innenstadt Rechnung getragen werden. 1967 wurde deshalb durch den Architekten Prof. Walter Gropius und den Verkehrsplaner Prof. Leibrand ein Stadtentwicklungsplan erstellt, der damals in revolutionärer Weise radikale Einschnitte in die ältere Bausubstanz der Stadt vorsah, um die Anforderungen des erwarteten Wohnraumbedarfs und des erhöhten Verkehrsaufkommens zu bewältigen.

Zwar wurden diese Planungen inzwischen in einigen Punkten relativiert (v.a. weil sich die Prognosen für die weitere Stadtentwicklung nicht bewahrheiteten) aber unterstützt durch einen städtebaulichen Ideenwettbewerb konnte Selb den Haupteinkaufsbereich attraktiver gestalten, durch die Schaffung der Fußgängerzone wurde die Innenstadt verkehrsberuhigt. So zum Beispiel der Martin-Luther-Platz, bei dem neben in dieser Gegend üblicher Granit- steinpflasterung wetterfestes Porzellan ver- wendet wurde. Den Blickfang bildet hier der Porzellanbrunnen, bei dem mehr als 10.000 Porzellanplättchen verarbeitet wurden. Weitere Zeichen der Verbundenheit der Stadt mit ihrem Porzellan zeigen sich zum Beispiel im Porzellanbrunnen vor der Sparkasse, der in Porzellan dargestellten Stadtgeschichte am Welzelhaus, dem Porzellangässchen und vielen Porzellanstraßenschildern, die von Schülern des Staatlichen Bildungszentrums individuell entworfen wurden.

Selb bietet zwar keine antiken Gebäude, aber weitere Höhepunkte in der Stadtgestaltung: Das alte Rosenthalfabrikgebäude in der Wittelsbacherstraße, das 1982 mit Bäumen bepflanzt und mit verspiegelten schwarz gla- sierten und silbern glänzenden Keramikplatten verkleidet wurde, wird nach dem verantwort- lichen Künstler Friedensreich Hundertwasser das Hundertwasserhaus genannt. Die Regen- bogenfassade von Otto Piene und das Spiegel- haus von Marcello Morandini vervollständi- gen die extravaganten Fassaden der Rosen- thalgebäude. Das Rosenthaltheater, das 1982 nach vier Jahren Umbau- und Erweiterungs- arbeiten wieder eröffnet wurde, ist eine städ- tebauliche Dominante, dessen gegliederte Architektur sich harmonisch in das Stadtbild einfügt.

Ein weiterer Beweis für die Verbundenheit mit dem Porzellan ist die Verkleidung des Sprungturms im städtischen Hallenbad aus hunderten quadratischen Porzellanreliefs, der von Victor Vasarely in Zusammenarbeit mit Ursula Rusche Wolters 1972 fertig gestellt wurde. Aber auch in jüngster Zeit wird auf Porzellan zurückgegriffen. Wolfgang Stefan verbindet in seinem »Regenbogenmotiv« für die Sparkasse Basalt, Metall und Porzellan zu einer Skulptur, die 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Stefan war schon 1988 mit der Gestaltung der Brücke in der Burgstraße aktiv: Hier schuf er den marmornen »Sinnenden«, der den Lauf der Zeit studiert. 1991 schuf er den »Lebensbrunnen« auf dem Gerberplatz, der den Kreislauf des Lebens symbolisiert.

Neben dem überall sichtbaren Porzellan ist der Buberlbrunnen Wahrzeichen Selbs. Vielleicht haben Sie Lust bekommen, Selb einen Besuch abzustatten und kommen an- lässlich des Selber Bürgerfestes am 2. Juni, des Wiesenfestes am zweiten Wochenende im Juli, in den Wochen den weißen Goldes im Juli/August oder zum Fest der Porzelliner am 4. August vorbei.

1990 Die Krise der Porzellanindustrie in den Bereichen Tafel- und Luxusgeschirr kann in den 1990er Jahren nicht geleugnet werden. Die Zahl der Arbeitsplätze in den Porzellanfirmen geht von 5.000 im Jahr 1965 auf heute unter 1.000 Beschäftigte zurück. Technisierung, Rationalisierung und die kostengünstigere Produktionsverlagerung ins Ausland stürzen Stadt und Region in einen einschneidenden Strukturwandel.

Die Porzellanindustrie in Selb der zwanziger Jahre

In den zwanziger Jahren beschäftigten 11 Porzellanfabriken und 5 Porzellanmalereien Tausende von Menschen. 1858 wurde durch Lorenz Hutschenreuther in Selb (Ludwigsmühle) die erste Porzellanfabrik erbaut und damit der Grundstein zu der heutigen gewaltigen und weltberühmten Porzellanindustrie in Selb gelegt. 1867 erfolgte durch die Brüder Zeidler der Bau der Porzellanfabrik J. Zeidler & CO. in Selb Bahnhof an der Bahnlinie Hof-Selb-Eger. 1887 wurde durch Ph. Rosenthal eine dritte Porzellanfabrik errichtet. 1889 folgte der Bau einer vierten Porzellanfabrik durch Paul Müller. 1898/99 wurde die Porzellanfabrik Heinrich & CO. erstellt. 1906/07 erbaute die Firma Jäger & CO. die sechste Porzellanfabrik, die später in den Besitz der Firma Lorenz Hutschenreuther (Abteilung B) überging. 1912/13 wurden errichtet die Porzellanfabriken Gräf & Krippner und Krautheim & Adelberg. 1919 wurde die Porzellanfabrik Zeidler & Purucker in Selb-Bahnhof erbaut. 1920 die Porzellanfabrik Gebrüder Hofmann. 1928 erstand als letzte Porzellanfabrik die Oberfränkische Porzellanfabrik in Selb, so dass zur gegenwärtiger Zeit elf Porzellanfabriken vorhanden waren. Ausserdem bestanden 1925 fünf Porzellanmalereien in Selb.

Die Stadt gilt als das Weltzentrum des Porzellans. Exportiert wird in nahezu alle Länder der Erde. Rosenthal, Krautheim & Adelberg, Heinrich und Lorenz Hutschenreuther sind die bekanntesten von diesen. Fast in jedem Ort des Fichtelgebirges findet sich eine Porzellanfabrik. Was mit dem Thüringer Carolus Magnus Hutschenreuther 1814 im nordbayerischen Hohenberg an der Eger14 begonnen hatte, hat mit zunehmender Geschwindigkeit sich auf den ganzen Raum zwischen Coburg und Weiden ausgebreitet. Nordbayern steht in der Porzellanerzeugung Europas an der Spitze. Die grossen Unternehmen hatten in Schlesien, in Sachsen und Böhmen Zweigbetriebe. Unternehmerpersönlichkeiten prägten das gesellschaftliche Leben, Phillipp Rosenthal , der „Geheimrat“, ist einer von diesen. 1920 nach dem ersten Weltkrieg, unternahmen die Regierungen verschiedene Experimente mit Porzellanmünzen. Solche kamen dann auch in einigen Ländern und Städten im Umlauf. Die Porzellanmünzen sollten aus hygienischen Gründen das inflationäre Papiergeld ablösen. Für das Land Bayern fertigte 1921 die Porzellanfabrik Rosenthal in einer künstlerisch und technisch einwandfreien Ausführung eine grössere Menge 50 Pfennig Stücke und zwar in den Farben weiß-blau-graugrün. 1926 wirbt eine Broschüre der Rosenthal AG mit dem Slogan: „50 internationale Künstler arbeiten für Rosenthal.“ Überhaupt sind internationale Kontakte im Bereich der Gestaltung, des Kaufmännischen und in besonderer Weise des Technologischen üblich. Denn: man verkehrt mit seinen Kollegen in den Porzellanzentren Europas, vor allem in Grossbritannien, Frankreich und Italien, man tauscht sich aus in der Anwendung neuer Technologien wie - allerdings weniger gerühmt - der Schaffung neuer Form- und Dekorideen.

Die Arbeiter, sie fühlen sich zugehörig, sind „wir von Hutschenreuther“ oder „wir von Rosenthal“, „wir von Heinrich“. Der Grad der Identifikation mit der Arbeit selbst wie dem Arbeit gebenden Betrieb ist außergewöhnlich, ebenso das gewerkschaftliche Engagement, das Miteinander nach der Arbeit. Der Tod, er kommt oft früh, der Porzellanstaub, quarzhaltig, er schädigt die Lunge, schlechte Wohnverhältnisse, beengt, hoher Alkoholkonsum kommen hinzu. Durchschnittsalter der Männer in dieser Zeit: 42.

Die Fabriken, sie erzählen vom Leben und der Arbeit, an ihren Gebäuden selbst wird so manches, vieles ablesbar: Blühen und Vergehen, gute Konjunkturen und massive Arbeitslosigkeit, Ruin. Geschichte, die Geschichte einer Region und ihrer Menschen, wo wird sie authentischer erfahrbar als in der originalen Umgebung. Eine Fabrik, sie hat ihr eigenes Leben, so auch die Porzellanfabrik Jacob Zeidler & Co. In Selb-Plößberg: Das Leben der Porzellanfabrik Jacob Zeidler liest sic h wie eine typische „Vita“ des 19. und 20. Jahrhunderts. Es beginnt mit der Eröffnung einer Bahnlinie vom bayerischen Hof in das böhmische Asch, von dort weiter nach Eger mit Anschluss nach Prag. Am 1. November 1865 wird der Bahnhof in Selb-Plößberg, einer Ansiedlung vor den Toren der Stadt Selb, eröffnet. Jacob Zeidler entscheidet sich angesichts der blühenden Porzellanfabrik von Lorenz Hutschenreuther, 1856 in Selb ins Leben gerufen, statt der ursprünglich geplanten Gaststätte eine Porzellanfabrik zu gründen. Bereits im Spätherbst 1867 wird die Produktion aufgenommen. Steinkohle kommt über die Bahn aus Mitteldeutschland, Braunkohle sowie das qualitätsvolle Zettlitzer Kaolin aus dem benachbarten Böhmen, der Versand der Ware erfolgt ebenso zügig auf der Schiene.

Mit Hilfe aus dem benachbarten Thüringen, Sachsen und Böhmen requirierter Facharbeiter und aus der Region rekrutierter angelernter Arbeitskräfte nimmt das Unternehmen einen nur von kurzen Konjunkturkrisen überschatteten Aufstieg. Besonders intensive Bauphasen fallen in die Jahre zwischen 1870 und 1875. Der Bedarf an Arbeitskräften bringt die Notwendigkeit der Schaffung von neuem Wohnraum mit sich. 1879 beziehen die ersten Porzelliner die noch heute existenten Arbeiterwohnhäuser auf der anderen Seite der Bahnlinie. In einer Periode nie zuvor gekannten Wachstums seit 1890 wächst die Fabrik Gebäude um Gebäude durch Erweiterungen und Aufstockungen, neue Ofenanlagen. 1914 finden sich hier insgesamt 10 Rundöfen sowie ein kleinerer Kiesofen zur Aufbereitung der Hartrohstoffe Feldspat und Quarz. 400 Mitarbeiter sind jetzt hier beschäftigt. Der Arbeiterwohnungsbau geht voran, aber auch eine Fabrikantenvilla, jedoch bescheidenerer Ausführung ist vorhanden.

Dann der große Bruch: Der erste Weltkrieg. Der Verlust an qualifizierten männlichen Arbeitskräften, Schwierigkeiten in der Beschaffung der Rohstoffe und der Kohle. Vor allem aber das Abschneiden der Exportverbindungen bei einem gleichzeitigen Stillstand der Absätze im Inland bringen die Unternehmerfamilie wie andere Porzellanfabrikanten auch in finanzielle Schwierigkeiten. In der Not erfolgt 1917 der Verkauf an Philipp Rosenthal. Im Zeichen einer Hochkonjunktur für Porzellan schon kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wird erweitert und ergänzt, was nur möglich erscheint. Der Komplex erhält seine heutige Gestalt, erinnernd an das Erscheinungsbild einer Burganlage, gelegen auf einer Anhöhe. Eine neue Kunstabteilung entsteht. Hier werden innovative Künstler tätig und tragen wie die seit 1918 hier produzierte Form „Maria Weiß“ bei zum Weltruf des Unternehmens und seiner Marke. 1926 kommt Steingut zum Sortiment hinzu, schließlich auch Elektroporzellan. Die Belegschaft hat sich trotz der Porzellankrise bis 1928 auf den Stand von 900 Beschäftigten erhöht.

Massive Arbeitslosigkeit prägt die Region in den dreißiger Jahren, die Porzellanfabriken müssen ihre Belegschaften drastisch verkleinern. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg geht es wieder aufwärts. Schon kurz nach dem Zusammenbruch 1945 wird hier in Selb-Plößberg wieder produziert, der Ersatzbedarf der Bevölkerung bedeutet für die Porzellanindustrie eine gewaltige Nachfrage. 1950 kommt Philip Rosenthal, der Sohn, aus der Emigration aus England zurück. Er ist vom gleichen Geist beseelt wie sein Vater. Hat sich die Modernisierung des Erscheinungsbildes des deutschen Porzellans zur Aufgabe gemacht. Bald schon steht er dem Unternehmen seines Vaters vor. Es kommt zu einer neuen Blüte in Selb-Plößberg. Die ersten avantgardistischen Porzellanformen, sie werden in dieser Fabrik modelliert und hergestellt. Der Finne Tapio Wirkkala, später der Däne Björn Wiinblad werden hier tätig, hier ist der Geburtsort der Rosenthal Studio Linie. Dennoch muss Philip Rosenthal alsbald erkennen, dass in dieser Fabrik nicht mehr wirtschaftlich gefertigt werden kann. Zusammen mit Walther Gropius, den Philip Rosenthal gut kennt, entsteht die Porzellanfabrik Rosenthal am Rothbühl. Bis zum Ende der 60er Jahre wird der Umzug der Fertigung abgeschlossen. Die Fabrik in Selb-Plößberg stellt zum Jahreswechsel den Betrieb ein. Es folgt Verkauf, Konkurs, Verkauf, Konkurs, wieder Verkauf und Konkurs. Die Bausubstanz verfällt immer mehr, 1984 brennt ein Gebäudeteil ab. Alteisenverwerter kommen und entsorgen was immer aus Eisen ist.

Das Porzellan ist die Königin unter den Erzeugnissen der gewerblichen Arbeit im Fichtelgebirge. Obgleich härter wie Stahl, bildet es in der Zartheit seiner Formen ein Gegenstück zum rauhen Granit mit dem es den Feldspat und Quarz als Bestandteile gemeinsam hat. Wie in der Landschaft des Fichtelgebirges, so begegnen wir auch hier das Gesetz der Gegensätzlichkeit, dem Spiel in Dur und Moll, das uns immer wieder von neuem fesselt. Das grandioseste Schauspiel der Gegensätzlichkeit bietet sich dem Auge, wenn im Dunkel der Nacht die lodernden Flammen der Porzellanöfen emporschlagen und die Konturen der Berge sich vom nächtlichen Himmel abheben. In doppelten Sinne spricht hier der Mensch der Feuergarben und Rauchfahnen zur Natur; indem er der Majestät der Schöpfung die Majestät der Arbeit gegenüberstellt und indem er aus Erdschätzen, durch den Feuerzauber geläutert, eines der edelsten Produkte, das Porzellan entstehen lässt.

Als deren Geburtsjahr gilt das Jahr 1814, die Zeit des angehenden behaglichen Biedermeier und der Romantik. In diesem Jahr kam ein Thüringer Porzellanmaler Carolus Magnus Hutschenreuther auf einer Verkaufsreise durch das Fichtelgebirge zu Verwandten nach Hohenberg an der Eger, wo er Porzellanerde (Kaolin) fand und wo es genügend Holz zum Brennen des Porzellans gab. Er errichtete in Hohenberg eine Porzellanfabrik, in der er zunächst Pfeifenköpfe und dann auch Puppenköpfe herstellte. Ein paar Jahrzehnte später, 1856, folgte Selb als weiterer Standort der Porzellanfabrikation.

Porzellanzentren entstanden in Deutschland und Boehmen und zwar: ein Zentrum in Thueringen, als das aelteste, ein Zentrum in Bayern, ein Zentrum in Boehmen und ein Zentrum in Schlesien. Die rasche Entwicklung in der deutschen und wohl auch in der Weltporzellanindustrie hat das von C.M. Hutschenreuther, Hohenberg ausgehende Porzellanzentrum in Bayern genommen. Hier wiederum haben sich viele Unternehmungen in einem ganz besonderen Kristallistationspunkt zusammengedraengt, in Selb, der Stadt des Porzellans.

In ungefaehr 70jaehriger Entwicklung ist Selb wohl zur bedeutendsten Porzellanstadt der Welt geworden, sowohl was Menge und Verschiedenartigkeit, wie auch Wert und Guete der erzeugten Waren anbelangt. An keinen anderen Platz der Welt wird in so nahem Umkreis eine solche Menge qualitativ hochstehender Porzellangegenstaende geschaffen wie in Selb. Der grosse Selber Brand 1856, der fast die ganze Stadt einaescherte und ein ungeheueres Unglueck fuer die ganze Bevoelkerung bedeutete, war der eigentliche Anlass zur Begruendung der Selber Porzellanindustrie, denn in diesem Jahre errichtete Lorenz Hutschenreuther, um die vielen Beschaeftigungslosen unterzubringen, seine Fabrik. 1864 wurde die Porzellanfabrik Jos. Rieber gegruendet. 1880 gruendete Philipp Rosenthal im nahen Erkersreuther Schloss eine kleine Malerei. Nach wenigen Jahren vergroesserte er seinen Betrieb und errichtete in Selb eine eigene Porzellanfabrik. 1884 gruendete Chr. Krautheim seine Malerei, die spaeter in die Firma Krautheim & Adelberg umgewandelt wurde. Sie hat sich ebenfalls zu einer grossen Porzellanfabrik entwickelt. 1890 gruendete Paul Mueller seine Porzellanfabrik. Franz Heinrich begann 1896 seine Malerei. Schon nach einigen Jahren konnte er in einer eigenen Fabrik, die sich zum Grossbetrieb entwickelte, die Fabrikation des Porzellans selbst aufnehmen. 1906 entstand die Fabrik Graef & Krippner, die ebenfalls als Malerei gegruendet und in eine Porzellanfabrik umgewandelt wurde., 1920 in Erkersreuth bei Selb die Porzellanfabrik Gebr. Hofmann und 1923 die Oberfraenkische Porzellanfabrik, Erkersreuth, die in den Besitz der Maschinenfabrik Zollfrank ueberging.

Wir sehen die sich immer wiederholende Entwicklungsphase: Von den kleinsten Anfaengen heraus die Entstehung einer Malerei und Weiterentwicklung zum Fabrikbetrieb groessten Stils. Heute brennen die Selber Porzellanfabriken in 66 oefen, sie beschaeftigten 5.000 Arbeiter und ueber 500 Angestellte. Im Rahmen der gesamten deutschen Porzellanindustriebe bedeutet die Selber Porzellanerzeugung ca. 11% der Fabrikationsmenge nach Gewicht. Wird jedoch der Anteil der Selber Erzeugung in bezug auf Qualitaet und Preis erfasst, so kann man behaupten, dass ca. 14% des Wertes der gesamten deutschen Porzellanerzeugung von dem Industriefleiss der Selber Fabriken geschaffen werden. Eine ueberragende Stellung nimmt Selb in der Ausfuhrstatistik fuer Porzellanwaren ein. Die hochwertigen Selber Erzeugnisse werden nur mit 40% auf den inlaendischen Markt gebracht, waehrend 60% der Produktion ins Ausland gehen. Mengenmaessig betraegt der Anteil an der Gesamtausfuhr von Porzellan-waren 14%, waehrend er dem Werte nach sogar 18% darstellt.

Noch groesser ist der Anteil Selber Fabriken an der Ausfuhr von elektrotechnischem Porzellan, dank der ueberragenden Stellung der Abt. E der Firma Rosenthal. Hier nimmt Selb mit 25% an der Gewichtsmenge und mit 28% am Gesamtwert der deutschen Elektroporzellan-ausfuhr teil. Unter den 13.000 Seelen zaehlenden Einwohnern von Selb leben allein rund 11.000 direkt von der Porzellanindustrie als Porzellanarbeiter und Angestellte zusamt ihren Angehoerigen.

Der Grund, weshalb gerade in Selb sich diese Industrie so entwickeln konnte, war vor allem die Naehe Boehmens, das in der Lage war, die Porzellanerde (Kaolin) und zum Teil auch die fuer die Kapselherstellung benoetigen Rohkaoline und Tone zu liefern. Der Hauptrohstoff war also in nicht allzuweiter Entfernung vor-handen. Ausserdem boten die grossen Waelder der Umgebung erst das Holz, bald aber wurde zu dem Brennstoff Braunkohle und Steinkohle uebergegangen, und hierin war wiederum Boehmen der Hauptlieferant.

Die wichtigste Voraussetzung fuer die Zusammenballung der vielen Porzellanfabriken an einem Ort war dann aber spaeterhin das Vorhandensein eines Facharbeiterstammes. Auch in dieser Beziehung kann Selb mit gutem Recht als die Porzellanstadt der Welt bezeichnet werden. Viele Facharbeiter, Techniker, Angestellte, die in Selb gelebt, gelernt und gewirkt haben, haben die Porzellanindustrie Deutschlands, ja der ganzen Welt befruchtet. Es gibt heute kein Gebiet der Qualitaetsporzellan Industrie, das in Selb nicht gepflegt wird.

Die Maerkte, die mit Selber Porzellan beliefert werden, sind die ganze Welt. Jedes Porzellanstueck aber, jeder Teller, der aus Selb kommt, traegt in seiner Fabrikmarke den Namen der Stadt Selb in alle Welt. Diese Stadt war bis dahin ein Handweberort, der durch eine Feuersbrunst völlig verarmte. Ein Sohn des erwähnten Thüringer Porzellanmalers half ihr, indem er als Arbeitsbeschaffungsmassnahme die Porzellanfabrikation dort einführte. Welch seltsames Zusammentreffen: aus dem Vernichtungswerk eines Stadtbrandes steigt des Feuers wohltätige Macht empor, um durch das Brennen von Porzellan der Einwohnerschaft die Grundlage für einen neuen Wohlstand zu schaffen! Die Voraussetzungen hierfür waren günstig. In Selb, wie überhaupt in zahlreichen Orten des Fichtelgebirges, gab es viele geschickte Leute, die Töpfergeschirr herstellten.

Johann Gottfried Köppel berichtet in seiner 1793 und 1794 unternommenen malerischen Reise durch die beiden fränkischen Fürstentümer Bayreuth und Ansbach, dass schon damals in Selb neben Öfen auch Vasen, Tiere und andere Figuren verfertigt worden seien. Diese Kunst kam der Porzellanherstellung zugute.

Kein anderer Ort in Europa kann sich darin mit Selb messen, und um Selb herum ist in zahlreichen Orten des Fichtelgebirges eine Porzellanindustrie entstanden, wie sie auf so engem Raume in der Welt nicht wieder angetroffen wird. Es gibt über zweihundert Porzellanbrennöfen, von denen allein ein Drittel auf Selb fällt. Den Siedlungskern bildet vorwiegend der Flussbereich der Eger, deren Dekor gewissermassen das Porzellan herstellt. Aber auch den anderen vom Fichtelgebirge kommenden Flussläufen gibt die Porzellanindustrie das Geleite. Es ist, als ob ein Stück Eitelkeit der Natur die Wege gewiesen hat, so bereitwillig haben sich die Täler der Porzellanerzeugung geöffent, gleichsam als wollten sie teilhaben an dem edlen Ruf des Porzellans draussen in der Welt. Über die einfachen Teller, Tassen und Kannen, Brotkörbe, Aschenbecher, Schreibzeuge, Blumentöpfe ist man zu Tafel-, Kaffee- und Teeservice, Vasen und figürlichen Porzellan in feiner und feinster Ausführung mit prächtigen Dekoren gelangt. Das Porzellan ist damit zu einem der bedeutendsten Kulturgüter der Erde geworden.

Selb, die Hochburg der Kommunisten

1932 wählte in der Stadt fast jeder Dritte die KPD. Die Arbeiter lebten angesichts der hohen Weltwirtschaftskrise in großer Not. Porzelliner starben 18 Jahre eher als Handwerker.

Es ist Anfang der Dreißigerjahre, als in Selb einige junge Männer eine verwegene Idee haben. Die Porzellanindustrie ist als Folge der Weltwirtschaftskrise in großen Nöten, viele Menschen sind arbeitslos und müssen von einer kargen Armenunterstützung leben. Da beschließen die jungen Männer, für Selber Porzellan zu werben. Sie bauen sich, wahrscheinlich aus Sperrholz, eine mehrere Meter hohe Kaffeekanne, malen sie weiß an und schreiben darauf: “Kauft Porzellan!” Im Inneren ziehen sie Bretter ein, auf denen sie in Etagen übereinander schlafen. Vor die Kanne montieren sie eine Deichsel, mit der sie das ungewöhnliche Gefährt durch Oberfranken ziehen. Unendliche Leidensfähigkeit.

Dr. Albrecht Bald erzählt diese Geschichte, um die große Not zu beschreiben, die immer wieder unter den Arbeitern der Porzellanindustrie herrschte. Der pensionierte Studiendirektor hat die Lebensbedingungen der Porzelliner erforscht und darüber eine Doktorarbeit geschrieben. “Die Leidensfähigkeit der Menschen war unendlich”, erzählt er. “Mir hat sich tief eingeprägt, in welch desolaten Verhältnissen die Leute lebten.” Das hatte mehrere Gründe. Zum einen fehlte es an Wohnraum; sechs oder sieben Personen in einem Zimmer waren normal. Dank der florierenden Porzellanfabriken hatte sich Selb schnell entwickelt. Während der Ort im Jahr 1855 nur 3500 Einwohner hatte, lag die Zahl 1939 bereits bei 13 000. Zu der Zeit war Selb hinter Bamberg, Hof, Bayreuth und Coburg die fünftgrößte Stadt in Oberfranken.

Nasse Säcke über den Kopf

Zum anderen lag es an den Bedingungen in der Fabrik. Für die Männer war die Arbeit hart, etwa für alle, die bei Temperaturen von mehreren Hundert Grad das Porzellan aus den Brennöfen holen mussten. Nasse Säcke, die sie sich über den Kopf zogen, schützten nur notdürftig. Die Frauen, die für leichtere Arbeiten angelernt wurden, erhielten sehr niedrigen Lohn. Männer wie Frauen litten unter der gefürchteten Staublunge. Der allgegenwärtige Silikatstaub aus der getrockneten Porzellanmasse drang in die Lungenbläschen, verklebte sie und löste die meist tödlich verlaufende Tuberkulose aus. Entsprechend niedrig war die Lebenserwartung. Nach einer Untersuchung des Selber Arztes Dr. Franz Bogner aus dem Jahr 1908 erreichte die bürgerliche Bevölkerung in Selb ein Durchschnittsalter von 61 Jahren, während Porzelliner bereits mit 43 Jahren starben. Man habe sich mit Galgenhumor getröstet, erzählt Albrecht Bald: “Sterben muss jeder”, sei ein geflügeltes Wort gewesen. Die Menschen hätten keine Möglichkeit gehabt, woanders Arbeit zu finden, sie haben sich in ihr Schicksal gefügt.

Die große Zeit der Porzellanindustrie in Selb und den benachbarten Städten Rehau, Wunsiedel, Röslau und Arzberg lag etwa zwischen 1850 und 1914. Eine Porzellanfabrik nach der anderen machte auf, Arbeiter wurden dringend gebraucht. Sie kamen aus der Oberpfalz und Böhmen und waren meist Bauernkinder, die sich bessere Verdienstmöglichkeiten erhofften. Da man vor dem Ersten Weltkrieg das Bürgerrecht brauchte, wenn man sich irgendwo niederlassen wollte, waren die Zugewanderten zwar als Arbeitskräfte geduldet, hatten aber keine Rechte. Beispielsweise durften sie nicht wählen.

Man muss sich die Arbeitsverhältnisse damals wohl so ähnlich vorstellen wie jetzt in China: Aus dem ländlichen Raum zugewanderte Arbeiter produzieren zu Hungerlöhnen Sachen, die sie sich selbst niemals leisten können. Sieht man die kunstvoll verzierten Porzellane von damals in den Museen, kann man sich kaum vorstellen, unter welchen Entbehrungen die edlen Stücke hergestellt wurden.

In der Zeit der Weimarer Republik besserten sich die Arbeitsbedingungen dank der Sozialgesetze zwar, aber die wirtschaftliche Lage der Fabriken hatte sich deutlich verschlechtert, weil im Ersten Weltkrieg die Absatzmärkte in Amerika, Süd-, Ost- und Nordeuropa größtenteils weggefallen waren. Eine hohe Arbeitslosigkeit war die Folge. Die Not und Verzweiflung nach der Weltwirtschaftskrise lässt sich an den Wahlergebnissen ablesen. Im November 1932, bei der letzten freien Reichstagswahl vor der Nazizeit, kam die Kommunistische Partei in Selb auf 30 Prozent der Stimmen, die SPD erreichte 18 Prozent, während Hitlers NSDAP auf 41 Prozent kam. Die Kommunisten errangen in jener Zeit in Selb bayernweit ihre besten Ergebnisse.

Bessere Arbeitsbedingungen

Albrecht Bald, der 1946 in Rehau geboren wurde, kennt die Arbeitsbedingungen der Porzelliner nicht nur aus seinen Forschungen, sondern auch aus Familienerzählungen. Sein Großvater war Modelleur, seine Großmutter arbeitete ebenfalls in der Fabrik. Der Großvater gehörte damit zur Porzelliner-Aristokratie, denn Modelleure und Maler hatten deutlich bessere Arbeitsbedingungen. Sie konnten es sich in den Hoch-Zeiten der Porzellanindustrie sogar leisten, montags blau zu machen. Im 19. Jahrhundert hat das der Fabrikherr toleriert. Nach dem Ersten Weltkrieg hätte man das aber als Vertragsbruch bewertet, erzählt Bald. Im Grunde waren mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereits die Zeiten der Hochkonjunktur in der Porzellanindustrie vorbei.

Porzellanarbeiter

Porzellanarbeiter

Porzellanarbeiter