Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Ein Prinz als Unternehmer

Prinz Friedrich Wilhelm Eugen von Sachsen-Hildburghausen

Stadtmuseum Hildburghausen

Ein Prinz als Unternehmer

Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum Hildburghausen ab 6. Juni

Die Porzellanmanufaktur Kloster Veilsdorf ist eine der ältesten und die einzige ausschließlich fürstliche Gründung unter den Porzellanfabriken Thüringens. Im Jubiläumsjahr „250 Jahre Porzellanland Thüringen“ widmet sich das Stadtmuseum Hildburghausen deshalb im Rahmen einer Sonderausstellung der Person des fürstlichen Gründers. Prinz Friedrich Wilhelm Eugen von Sachsen-Hildburghausen wurde am 8. Oktober 1730 als jüngster Sohn des regierenden Herzogs Ernst Friedrich II. (1707-1745) geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters 1745 übernahm die Mutter Caroline (1700-1758) die Vormundschaftsregierung über das kleine Fürstentum Hildburghausen, bis Eugens Bruder als Herzog Ernst Friedrich III. Carl im Jahr 1748 die Regierungsgeschäfte übernahm. Eugen ging um diese Zeit in militärische Dienste, 1750 ist er Oberst der holländischen Garde und 1753 königlich dänischer Generalmajor. Um 1758 nach Hildburghausen zurückgekehrt, pachtete er die Domänengüter Kloster Veilsdorf und Neuhof bei Heldburg, wohl hauptsächlich deshalb, um seine finanziellen Verhältnisse aufzubessern. Seine durch die Finanznot des Herzogtums nur gering ausfallenden Apanagegelder ermöglichten im ein standesgemäßes Leben nur in beschränktem Umfang. Als Versuch, seine ständig leeren Kassen aufzufüllen, kann wohl auch seine bedeutendste Unternehmung, die Gründung einer Porzellanmanufaktur in Kloster Veilsdorf, gewertet werden.

Ab 1760 pachtete Prinz Eugen die herzogliche Münze in Kloster Veilsdorf und begann zeitgleich mit der Einrichtung einer Porzellanmanufaktur. Bereits zu dieser Zeit scheinen erste Versuche zur Porzellanherstellung gemacht worden zu sein und ab 1763 gelang es, hochwertiges Porzellan aus einheimischen Rohstoffen herzustellen. 1765 erhielt Eugen durch seinen Bruder, den regierenden Herzog, ein umfangreiches und weit reichendes Privileg für seine Manufaktur. Prinz Eugen bemühte sich sehr um seine Gründung, lieferte Entwürfe und Vorlagen für die Gestaltung des Porzellans, kümmerte sich um Aus- und Weiterbildung des Personals sowie um neue Absatzmöglichkeiten. Zur zusätzlichen ökonomischen Absicherung erwarb er 1768 noch das Rittergut Weitersroda, 1774 folgte als Stadtwohnsitz das sogenannte „Hoheitshaus“ in Hildburghausen.

Nach einer unstandesgemäßen Liaison mit der Hildburghäuserin Salome Schmidt ab 1771, die dem Prinzen einen unehelichen Sohn Friedrich Wilhelm Schmidt bescherte, heiratete er 1778 seine über 30 Jahr jüngere Nichte Christiane Sophie Caroline (1761-1790). Die Ehe blieb jedoch kinderlos. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Prinz Eugen in der Hauptsache am Hofe seiner Schwester Sophie Amalie, die mit dem Fürsten von Hohenlohe-Öhringen verheiratet war. Dort starb er schließlich am 4. Dezember 1795. Seine Porzellanmanufaktur erbte das herzogliche Haus, welches sie 1797 an die Firmen Gotthelf Greiners Söhne (Limbach) und Friedrich Christian Greiner (Rauenstein) verkaufte.

Die Ausstellung illustriert anhand von Gemälden, Grafiken, Plänen, Handschriften und Gerätschaften das leben und Wirken des Prinzen Eugen. Nicht fehlen darf natürlich auch Porzellan aus der Manufaktur Kloster Veilsdorf, seinem Lebenswerk. Die Ausstellung wird durch zahlreiche Leihgaben ergänzt. Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, dem 6. Juni 2010, um 14.30 Uhr sind alle Interessierten herzlich im Stadtmuseum Hildburghausen, Apothekergasse 11, willkommen. Zur Ausstellungseröffnung wird ein Eintritt von 3,50 EURO erhoben. Die Eintrittskarte berechtigt zu einem weiteren Besuch der Ausstellung.

Stadtmuseum Hildburghausen - Apothekergasse 11 - 98646 Hildburghausen- Tel. 03685-403689