Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Porzellanflohmarkt 2003

Bayreuth

100 Jahre Porzellanfabrik Walküre

in Jahrhundert im Zeichen der Innovation und Tradition 1896 legte Siegmund Paul Meyer den Grundstein für diese Tradition. Er gründete eine Porzellanmalerei. Mit Pioniergeist und durch innovativen, unternehmerischen Mut entwickelte sich die Porzellanfabrik „Walküre” in den kommenden Jahrzehnten. Sie ist heute ein fester

Begriff in der Porzellan-Branche. Sie ist ein fester Begriff für Kompetenz in Sachen Porzellan. 1896 begann die Erfolgsgeschichte der Porzellanfabrik „Walküre”: Siegmund Paul Meyer gründete eine Porzellanmalerei. Das schnelle, geschäftliche Wachstum und sein Streben nach Unabhängigkeit von Weissgeschirr-Lieferanten führten zu einem weiteren unternehmerischen Schritt. Es entstand die Porzellanfabrik Siegmund Paul Meyer.

Von der Marke zur Firma

Der Innovationsgeist des Firmengründers zeigte sich bei der Entwicklung beim feuerfesten Back- und Kochgeschirr. „Walküre” wählte er als Schutzmarke für das feuerfeste Geschirr. „Walküre” war die Spezialität der Porzellanfabrik. „Walküre” nahm Siegmund Paul Meyer schliesslich 1920 in den Firmennamen auf. Aus dem Markennamen wurde der Firmenname – „Erste Bayreuther Porzellanfabrik Walküre Siegmund Paul Meyer GmbH”. Doch die Erfolgsgeschichte der Porzellanfabrik musste sich auch mit Rückschlägen auseinandersetzen. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs liess den Export zusammenbrechen. Inflation und Weltwirtschaftskrise folgten. 60 Porzellanfabriken schlossen allein im bayerisch-thüringischen Wirtschaftsraum. Überlegte Unternehmensführung sicherte die Existenz der Porzellanfabrik „Walküre”.

WALKÜRE - die Jahre 1890 bis 1910

Der 24jährige Siegmund Paul Meyer verlässt seine Geburtsstadt Nürnberg. Als junger Kaufmann tritt er 1890 eine Stelle in einem Bayreuther Keramikbetrieb an.

Sechs Jahre später schlägt er den Weg in die Selbstständigkeit ein. Er kauft die gutgehende Porzellanmalerei und Glashandlung Georg Bauer. Drei Jahre führt der junge Unternehmer mit 20 Mitarbeitern die Malerei erfolgreich. Die Nachfrage wächst und Siegmund Paul Meyer wagt den nächsten Schritt: Er gründet eine Porzellanfabrik. Rund 100 Beschäftigte arbeiten an den zwei Rundöfen der Fabrik. Bis zum Jahr 1906 wächst die Belegschaft auf 200 Mitarbeiter an. Die Meyerschen Spezialprodukte sind gefragt. Das feuerfeste Koch- und Backgeschirr „Walküre“ ist eine echte und begehrte Spezialität. Zu 75 Prozent werden die Waren weltweit exportiert.

Und noch eins macht die Porzellanfabrik einzigartig: Siegmund Paul Meyer ist ein sozial engagierter Arbeitgeber. Arbeiterwohnungen werden errichtet, bereits 1910 bezahlter Urlaub gewährt und Absauganlagen reduzieren die Gesundheitsgefährdungen an den Arbeitsplätzen.

WALKÜRE - die Jahre 1910 bis 1945

Engpässe hat Meyer mit seiner Porzellanfabrik im Ersten Weltkrieg zu bestehen. Es ist kaum Personal zu finden und die Rohstoffversorgung wird knapp. Doch die „Goldenen Zwanziger” heizen die Nachfrage wieder an. Die Porzellanfabrik etabliert sich und trägt den heute noch gültigen Namen „Erste Bayreuther Porzellanfabrik Walküre Siegmund Paul Meyer GmbH“.

1938 scheint die Rezession beendet, doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs macht alle wirtschaftlichen Hoffnungen zunichte. Eine schwierige Zeit beginnt. Zahlreiche Mitarbeiter müssen in den Krieg ziehen. Selbst der junge Rudolf Meyer wird 1939 zum Kriegsdienst einberufen. Sein 75jähriger Vater führt wieder alleine die Porzellanfabrik. Bis zum März 1945 kann die Produktion aufrechterhalten werden. Doch dann steht wegen Rohstoff- und Brennmaterialmangel das Unternehmen still.

WALKÜRE - die Jahre 1946 bis 1950

Im Frühjahr 1946 kann die Produktion wieder langsam anlaufen. 60 Mitarbeiter finden Beschäftigung. Nach der Währungsreform steigt dank des „Wirtschaftswunders“ die Nachfrage stark an. Mitte der 50er Jahre beginnt die Zeit der Technisierung und Automatisierung. Statt der Kohle-Befeuerung kommt Erdöl zum Einsatz. Die beiden Rundöfen werden durch zwei kontinuierlich arbeitende Tunnelöfen ersetzt. Die neue Ofenhalle wird 1959 eingeweiht. Die Fertigung läuft auf Hochtouren.

„Walküre” als Qualitätsbegriff - 1950 bis heute

Nicht nur neueste Technik hält Einzug, sondern auch eine Spezialisierung folgt. „Porzellan für die Gastronomie“ heisst der Schwerpunkt der Produktpalette.Eine Reaktion auf die Bedürfnisse der sich entwickelnden Freizeit-Gesellschaft. 1966 übernimmt Junior Rudolf Meyer (geb. 1940) neben seinem Vater die Unternehmensleitung.

1931 übernahm in zweiter Generation Rudolf Meyer den Betrieb. Unter seiner Führung überwand das Familienunternehmen die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Die Zeit des folgenden „Wirtschaftswunders” sorgte für Aufschwung. Doch der Porzellan-Markt änderte sich zu Beginn der 60er Jahre. Immer rascher änderten sich die Kundenwünsche. Wer Erfolg in der Porzellanindustrie haben wollte, hatte sich darauf einzustellen. Kurze Produktzyklen und Rationalisierungsmassnahmen hiessen die Antworten von „Walküre”. „Walküre” behauptete sich am Markt.

In dritter Generation führt Rudolf Meyer seit 1966 das Familienunternehmen. „Walküre” änderte ihr Produktionsprogramm. Eine Spezialisierung der Porzellanfabrik begann. Hochwertiges Hotelporzellan, Nischenprodukte, klassische Service und feuerfeste Geschirre bildeten die Produktpalette. Nach guter wirtschaftlicher Entwicklung verschärfte sich die allgemeine wirtschaftliche Lage seit Beginn der 90er Jahre wieder. Viele Betriebe der Porzellanindustrie mussten schliessen. Unter der Leitung von Rudolf und Maria Meyer sicherte sich die Porzellanfabrik „Walküre” eine feste Marktstellung. Qualitativ hochwertige und innovative Produkte sind der Grundstock des heutigen Erfolgs. Kurz: Kompetenz in Sachen Porzellan – seit einhundert Jahren und für das nächste Jahrhundert der Firmengeschichte.